Bitcoin- und Ethereum-Optionsverfall über 2,5 Mrd. US-Dollar rückt BTC-Stütze bei 60.000–62.000 in den Fokus

Laut CoinDesk sind am 12. Juni Bitcoin- und Ethereum-Optionen mit einem Nominalvolumen von rund 2,5 Mrd. US-Dollar verfallen. Der Markt richtet den Blick damit erneut auf die Unterstützungszone bei 60.000 bis 62.000 US-Dollar im Bitcoin. Das Verfallsvolumen lag zwar über dem der Vorwoche, blieb aber unter dem Niveau typischer großer Monats- oder Quartalsverfälle. Entsprechend dürfte das Ereignis eher die kurzfristige Volatilität verstärken, als den übergeordneten Trend aus eigener Kraft zu drehen. Bei Bitcoin belief sich das Nominalvolumen auf etwa 2,23 Mrd. US-Dollar, verteilt auf rund 35.000 Kontrakte. Bei Ethereum liefen Optionen im Wert von etwa 293 Mio. US-Dollar aus, was rund 175.000 Kontrakten entspricht. Zum Zeitpunkt der Einordnung notierte BTC nahe 62.900 US-Dollar und damit weiterhin in der Nähe einer zentralen Unterstützungsregion. ETH lag bei rund 1.656 US-Dollar und zeigte nur begrenzte Erholungstendenzen. Die Stimmung blieb schwach, Verkaufsdruck war sowohl im Spot- als auch im Derivatemarkt sichtbar. Daten von GreeksLive zeigen, dass die Abwärts-Exponierung der Market Maker bei Bitcoin vor allem zwischen 60.000 und 62.000 US-Dollar konzentriert ist, mit der stärksten Short-Positionierung in der Nähe von 60.000 US-Dollar. Fällt BTC in diesen Bereich zurück, könnten Absicherungsaktivitäten und Stop-Loss-Orders der Market Maker zeitgleich zunehmen und die kurzfristige Schwankungsintensität erhöhen. Deribit weist für diese Bitcoin-Optionsrunde ein Put/Call-Verhältnis von etwa 0,66 bis 0,68 aus; das Open Interest ist damit weiterhin eher bullisch ausgerichtet. Der "Maximum-Pain"-Punkt liegt allerdings bei rund 66.000 bis 67.000 US-Dollar und damit über dem aktuellen Kassakurs. Auch bei Ethereum deutet die Optionsstruktur auf eine bullischere Positionierung: Das Put/Call-Verhältnis liegt bei etwa 0,58 bis 0,62. Deribit verortet den Maximum Pain bei rund 1.750 US-Dollar, während der Spotpreis nahe 1.650 US-Dollar verharrt und eine klare Erholung ausbleibt. Damit hat sich die Optionsseite zwar nicht eindeutig defensiv gedreht, der Kassamarkt liefert aber bislang ebenfalls keine stärkeren Rebound-Signale. Für sich genommen reicht der Optionsverfall nicht aus, um die breitere Marktrichtung umzukehren. Der Spothandel bleibt schwach. Frühere Berichte zeigten, dass das Spot-Handelsvolumen bei Kryptowährungen im April auf 679 Mrd. US-Dollar zurückgegangen ist, begleitet von nachlassender Retail-Nachfrage. Der Markt trifft auf Verkaufsdruck bei gleichzeitig unzureichender Kaufbereitschaft, um diesen zu absorbieren. In einem solchen Umfeld verstärken gebündelte Optionsverfälle eher bestehende Volatilität, als eine eigenständige Kursbewegung auszulösen. Zusätzlich belasten geopolitische Risiken, Inflationssorgen und eine insgesamt sinkende Risikoneigung das Sentiment.