Aave verzeichnet Abzugswelle von 8,45 Mrd. US-Dollar nach rsETH-Bridge-Hack

Laut ChainThink kam es am 19. Juni im Anschluss an einen Angriff auf die rsETH-Bridge von KelpDAO bei Aave zu Abhebungen in Höhe von rund 8,45 Mrd. US-Dollar. Die Kernfunktionen des Protokolls blieben dabei intakt; der Vorfall wurde als groß angelegter Liquiditäts-Stresstest gewertet. Auslöser war ein Angriff auf die LayerZero-Crosschain-Bridge von KelpDAO. Dabei wurden rsETH im Gegenwert von etwa 292 Mio. US-Dollar entwendet. Der Diebstahl schürte im Markt Zweifel an der Werthaltigkeit der als Sicherheit genutzten rsETH sowie an deren Solvenz. In der Folge stiegen die Auslastungsraten in einzelnen Aave-Märkten zeitweise auf 100%, wodurch bestimmte Nutzer vorübergehend keine Mittel abziehen konnten. Zur Stabilisierung aktivierte das Risk-Management-Team von Aave Notfallmaßnahmen, darunter ein Freeze sowie Anpassungen zentraler Parameter, um eine Ausweitung der Risiken einzudämmen. Analysten sehen trotz ausbleibendem systemischem Kollaps Schwachstellen im DeFi-Kreditgeschäft offengelegt: Konzentrationsrisiken, Liquiditätsengpässe und Ansteckungseffekte durch die enge Vernetzung von Protokollen. Aave steuert Risiken nach eigenen Angaben über Instrumente wie LTV-Limits, Liquidationsschwellen, Supply Caps, Borrowing Caps, Isolation Mode, EMode und Governance-Mechanismen. Beobachter halten Verbesserungen bei der Reaktionsgeschwindigkeit der Governance und bei der Risikomodellierung weiterhin für möglich.