Bhutan verkauft Bitcoin im Wert von 120 Mio. US-Dollar und reduziert Bestand um 60%
Bhutans Königliche Regierung hat seit Jahresbeginn Bitcoin im Umfang von rund 120 Mio. US-Dollar veräußert. Damit beschleunigt das Himalaya-Königreich seine Desinvestitionsstrategie: Gegenüber dem Höchststand sind die digitalen Reserven inzwischen um mehr als 60% geschrumpft.
Laut der Blockchain-Analyseplattform Arkham Intelligence erfolgte die jüngste Bewegung am 27. März. Dabei transferierte die Regierung 123,7 BTC im Gegenwert von etwa 8,5 Mio. US-Dollar auf eine zuvor ungenutzte Adresse. Nur 48 Stunden zuvor hatte Bhutan bereits 519,7 BTC für rund 36,75 Mio. US-Dollar abgestoßen.
Für die Abwicklung nutzt Bhutan offenbar OTC-Desks und Market Maker, darunter das in Singapur ansässige QCP Capital, um die Wirkung auf die Orderbücher öffentlicher Kryptobörsen gering zu halten.
Die Verkaufswelle 2026 markiert auch eine veränderte Taktung beim Staatsfonds Druk Holding and Investments. Während Verkäufe früher eher sporadisch waren, deuten die jüngsten Transaktionen auf eine systematische Liquidation hin. Seit dem 1. Januar hat die Regierung nach Arkham-Angaben 158,57 Mio. US-Dollar aus ihren Haupt-Wallets abgezogen, während nur 38,84 Mio. US-Dollar zurückflossen. Arkham erklärte zudem: Bhutan verkaufe Bitcoin in Tranchen von etwa 510 Mio. US-Dollar und habe Mitte/Ende September 2025 rund 3500 BTC veräußert. Das ausgehende Transfer-Volumen sei in den vergangenen Wochen ebenfalls gestiegen; seit Jahresbeginn habe der Staat seine Bestände um etwa 1700 BTC reduziert.
Anders als viele Staaten, die Bitcoin vor allem über die Einziehung krimineller Vermögenswerte halten, baute Bhutan seine Position über ein staatlich gestütztes Mining-Programm auf, das 2019 startete. Mithilfe überschüssiger Wasserkraft aus Gletscherflüssen soll das Land zeitweise bis zu 13.000 BTC angesammelt haben. Anhaltende Verkäufe in den vergangenen zwei Jahren drückten den Bestand auf etwa 4.300 BTC, aktuell mit einem Wert von knapp 300 Mio. US-Dollar.
Analysten gehen davon aus, dass die Erlöse in große nationale Infrastrukturprojekte fließen, insbesondere in die Gelephu Mindfulness City, eine geplante Sonderverwaltungsregion. Die Regierung hatte zuvor zugesagt, 10.000 BTC für das Projekt bereitzustellen. Das aktuelle Liquidationstempo deutet darauf hin, dass aus diesen Reserven Mittel zur Finanzierung der frühen Bauphase entnommen werden.
Trotz der umfangreichen Verkäufe zählt Bhutan weiterhin zu den weltweit siebtgrößten souveränen Bitcoin-Haltern und liegt damit hinter den Vereinigten Staaten, China, dem Vereinigten Königreich, El Salvador und den Vereinigten Arabischen Emiraten.