Bitcoin rutscht unter 62.000 US-Dollar – Krypto-Liquidationen von 1,5 Mrd. Dollar belasten
Bitcoin ist am Donnerstagmorgen (Hongkong-Zeit) unter die Marke von 62.000 US-Dollar gefallen, nachdem in den vergangenen 24 Stunden gehebelte Krypto-Positionen im Umfang von mehr als 1,5 Mrd. US-Dollar zwangsliquidiert wurden. Laut CoinGlass wurden über 208.000 Trader über die Kryptomärkte hinweg liquidiert. Auf Bitcoin entfielen dabei mehr als 800 Mio. US-Dollar, auf Ether weitere 386 Mio. US-Dollar.
Zusätzlichen Druck lieferten Abflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs: Nach Daten von SoSoValue zogen Anleger in dieser Woche rund 1 Mrd. US-Dollar aus den Produkten ab. Damit setzt sich die Rekordserie an Nettoabflüssen fort.
Presto Research sieht die Schwäche weniger als Folge eines einzelnen kryptospezifischen Auslösers. Vielmehr deute die Entwicklung auf einen breiteren Wettbewerb um Anlegerkapital hin.
Warum das wichtig ist: Erzwungenes Deleveraging kann die Marktliquidität verknappen. In der Folge könnte Bitcoin stärker auf ETF-Nachfrage sowie auf Erwartungen zur makroökonomischen Liquidität reagieren.
Marktstimmung: Bearish, Risk-off, Flow-led, De-risking.
Begründung: Liquidationen von mehr als 1,5 Mrd. US-Dollar bei gehebelten Positionen sprechen für erzwungenen Abbau von Risiko, was die Risikobereitschaft vieler Marktteilnehmer dämpft.
Vergleichbare Fälle: Im Mai 2021 fielen Bitcoin und Ether deutlich. Mike Novogratz bezeichnete den Abverkauf als Liquidationsereignis, nachdem Ether intraday um mehr als 40% nachgegeben hatte. (CNBC) Anders als damals wird die aktuelle Schwäche zusätzlich durch ETF-Abflüsse und durch Konkurrenz um Kapital von Gold sowie Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz geprägt.
Folgewirkungen: Zwangsliquidationen können die Liquidität senken, weil gehebelte Käufer zu Verkäufern werden. Halten ETF-Abflüsse an, bietet die Spot-Nachfrage womöglich weniger Puffer gegen eine weitere Enthebelungswelle. Lassen Inflationssorgen nach und verschiebt sich die Nachfrage zurück in liquiditätssensitive Anlagen, kann derselbe Kanal eine stabilere Erholung unterstützen.
Chancen & Risiken
Chancen: Verlangsamen sich die Abflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs oder drehen sie ins Plus, kann ein Wiedereinstieg nach Abklingen der Zwangsverkäufe ein mögliches Signal sein. Entspannen sich Inflationssorgen, kann wieder anziehende Nachfrage nach liquiditätssensitiven Assets eine Verbesserung der Dynamik bestätigen.
Risiken: Bleiben Liquidationen hoch und setzen sich ETF-Abflüsse fort, kann eine Reduzierung gehebelter Positionen das Abwärtsrisiko einer weiteren Welle erzwungener Verkäufe begrenzen. Fließt weiterhin Kapital in Gold und KI-Aktien, könnte Bitcoin auch ohne neuen kryptospezifischen Impuls hinterherlaufen.