Bitcoin rutscht unter 60.000 US-Dollar – Liquidationen im Kryptomarkt bei 870 Mio. US-Dollar
Nach Angaben von CoinMarketCap hat der erneute Rückfall von Bitcoin unter die Marke von 60.000 US-Dollar den Verkaufsdruck im Kryptomarkt deutlich verschärft. Mit Kursen auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2024 kühlte die Stimmung rasch ab, auch kryptonahe Aktien gerieten unter Druck.
Liquidationen binnen 24 Stunden nahe 870 Mio. US-Dollar
Bitcoin gab intraday zeitweise um bis zu 4,2% nach. Daten von CoinGlass zufolge wurden in den vergangenen 24 Stunden 169.531 Trader zwangsliquidiert; die gesamten Liquidationen beliefen sich auf 869,39 Mio. US-Dollar. Long-Positionen traf es besonders stark: Rund 785,31 Mio. US-Dollar an Longs wurden in 24 Stunden glattgestellt und machten damit den Großteil der Gesamtliquidationen aus. Das deutet darauf hin, dass Wetten auf eine Erholung nach dem Bruch wichtiger Kursmarken schnell aus dem Markt gedrängt wurden.
Kryptosensitive Aktien ebenfalls schwächer
Auch Titel, die stark an die Entwicklung von Kryptowährungen gekoppelt sind, gaben nach. Die Aktie von MicroStrategy (MSTR) fiel auf den niedrigsten Stand seit Februar 2024. Zudem markierten einige besonders volatile, kryptonahe Assets weitere neue Zwischen-Tiefs.
On-Chain-Daten: ETF-Abflüsse und Stop-Loss-Verkäufe als Treiber
Das On-Chain-Analysehaus Glassnode verweist auf mehrere zusammenfallende Faktoren: anhaltende Abflüsse aus Bitcoin-Spot-ETFs, von Investoren realisierte Verluste sowie eine defensivere Positionierung am Optionsmarkt. Gleichzeitig bleibe die Nachfrage insgesamt schwach, da frischer Kaufdruck ausbleibe und damit im Kursrückgang eine tragfähige Unterstützung fehle.
Stimmung kippt in Richtung Vorsicht
Barstool-Sports-Gründer Dave Portnoy schrieb in sozialen Medien, dass Befürworter eines langfristig steigenden Bitcoin-Kurses angesichts des laufenden Rückgangs die externe Skepsis am Wertversprechen adressieren müssten. Die Aussagen spiegeln die spürbar eingetrübte Marktstimmung.
Aus makroökonomischer Sicht warnte der Ökonom Henrik Zeberg vor zusätzlichen Risiken: Während Bitcoin unter 60.000 US-Dollar fiel, lag der US-Dollar-Index (DXY) mit rund 101 weiterhin relativ niedrig. Sollte der Dollar weiter aufwerten, könnten Risikoanlagen stärker unter Druck geraten. Zudem sei der Markt nicht auf eine aggressivere Straffung der Dollar-Liquidität vorbereitet. Fließen Mittel verstärkt zurück in US-Dollar-denominierte Anlagen, dürfte die kurzfristige Volatilität im Kryptomarkt erhöht bleiben.