Bitcoin fällt erstmals seit 2024 unter 60.000 US-Dollar – Sicherheitsvorfall bei Zcash belastet Stimmung
Bitcoin hat seine Talfahrt am Freitag fortgesetzt und ist im Tagesverlauf unter die Marke von 60.000 US-Dollar gerutscht – zum ersten Mal seit 2024. Wie CoinDesk berichtet, gerieten auch andere große Krypto-Assets unter Druck. Treiber waren stärker als erwartete US-Arbeitsmarktdaten, volatile ETF-Kapitalflüsse sowie der Sicherheitsvorfall rund um Zcash.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert Bitcoin bei 59.909 US-Dollar, rund 6% niedriger als am Vortag und 18,5% im Minus gegenüber der Vorwoche. Ethereum liegt bei 1.555 US-Dollar (minus 23% auf Wochensicht), Solana bei 63,75 US-Dollar (minus 22% in sieben Tagen). Vom Allzeithoch von 126.080 US-Dollar aus Oktober des vergangenen Jahres ist Bitcoin damit um mehr als 52% zurückgekommen.
In der ersten Wochenhälfte hatten Marktteilnehmer anhaltende Nettoabflüsse aus ETFs und den ersten Bitcoin-Verkauf von Strategy seit 2022 als zentrale Faktoren des vorangegangenen Rücksetzers genannt.
US-Arbeitsmarktdaten dämpfen Hoffnungen auf Zinssenkungen
Der aktuelle Abverkauf wird stärker mit makroökonomischen Impulsen in Verbindung gebracht. In den USA wurden im Mai 172.000 neue Stellen geschaffen – etwa doppelt so viele wie erwartet. Nach Veröffentlichung der Daten erhöhten Händler ihre Wetten auf weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr, was riskante Anlagen wie Bitcoin typischerweise belastet.
Nai Søndergaard, Research-Analyst beim Krypto-Datenanbieter Nansen, sagte, die robusten Beschäftigungszahlen hätten die Erwartungen an Zinssenkungen geschwächt. Er verweist darauf, dass Bitcoin bereits deutlich gefallen sei, gehebelte Long-Positionen aber noch nicht vollständig abgebaut worden seien. Ohne neue makroökonomische Impulse sei der Spielraum für eine spürbare Erholung begrenzt. Auch die Spannungen im Nahen Osten drückten auf die Risikobereitschaft.
Zcash-Vorfall erschüttert Vertrauen
Zusätzlich zu den Makrofaktoren belastete die Offenlegung einer Schwachstelle bei Zcash die Stimmung. Das Entwicklerteam spielte in dieser Woche ein Update aus, erklärte am Donnerstag aber, dass sich aufgrund des auf Datenschutz ausgelegten Netzwerkdesigns derzeit nicht verifizieren lasse, ob die Lücke genutzt wurde, um potenziell unbegrenzt ZEC zu erzeugen.
Die Unsicherheit löste einen starken Kursrutsch aus: ZEC verlor innerhalb von 24 Stunden mehr als 40%. Während der Markt die möglichen Folgen für Zcash bewertet, wächst bei einigen Investoren die Sorge, dass zunehmend leistungsfähige KI-Modelle künftig auch bislang unentdeckte Schwachstellen in anderen großen Kryptowährungen aufdecken könnten – und damit die Sensibilität der Branche für Sicherheitsrisiken weiter steigt.
Beobachtet wird zudem der ETF-Markt: US-Spot-Bitcoin-ETFs beendeten am Donnerstag eine Serie von 13 Tagen mit Nettoabflüssen und verzeichneten Nettozuflüsse von über 3 Mio. US-Dollar. Das Volumen ist zwar gering, die Wende kommt aber in einer Phase, in der sich nach Wochen kumulierter Abflüsse in Milliardenhöhe die gesamten Fondsströme für 2026 ins Negative gedreht hatten. Das deutet zumindest auf eine vorübergehende Entspannung des Verkaufsdrucks hin.