Bitcoin: Kurzfristige Anleger realisieren Gewinne, Kurs vor Widerstand bei 80.000 US-Dollar

Bitcoin steuert auf eine entscheidende Phase zu: Nach einem Anstieg um 2,57% am 17. April kletterte der Kurs wieder über 76.000 US-Dollar. Der obere Docht reichte bis 78.000 US-Dollar – ein Niveau, das BTC seit mehr als 70 Tagen nicht mehr erreicht hatte. Aktuell notiert Bitcoin rund 4% unter der Marke von 80.000 US-Dollar, während sich on-chain der Verkaufsdruck aufzubauen beginnt. Laut CryptoQuant prallte BTC sauber am realisierten Preis der Longterm-Holder-Gruppe (18 Monate bis 2 Jahre) nahe 62.000 US-Dollar ab. Inzwischen liegt der Kurs auch über der Kostenbasis der Shortterm-Holder (1 bis 3 Monate) bei etwa 75.620 US-Dollar. Genau dieser Bereich gilt als Zone, in der das Angebot häufig zunimmt. Der Mechanismus ist bekannt: Sobald Bitcoin über der eigenen Einstandsbasis handelt, gehören STHs meist zu den ersten, die Gewinne mitnehmen. Obwohl BTC nur etwa 2,6% über diesem Level liegt, deutet die laufende Gewinnmitnahme darauf hin, dass sich viele Marktteilnehmer bereits auf potenziellen Widerstand im Bereich um 80.000 US-Dollar einstellen. In einem solchen Umfeld sichern Anleger lieber Buchgewinne, statt eine Korrektur zu riskieren, die die Marge schnell zusammenschiebt. Damit die Rallye trägt, müssen Käufer den Verkaufsdruck aufnehmen – sonst könnte der Schwung nachlassen, bevor es zu einem klaren Ausbruch über 80.000 US-Dollar kommt. Gleichzeitig könnte die Ausgangslage den Bullen in die Karten spielen: Mehr Short-Positionen erhöhen das Squeeze-Potenzial Richtung 80.000 US-Dollar. Auf Tagesbasis ist der RSI auf ein Dreimonatshoch gestiegen und nähert sich 75, nachdem Bitcoin vom Bereich um 70.000 US-Dollar fast 10% zugelegt hat. Das signalisiert starke Dynamik, rückt den Markt aber auch in den überkauften Bereich, was das Risiko einer kurzfristigen Abkühlung erhöht. Parallel dazu werden Short-Wetten aggressiver. Die Funding Rates bleiben deutlich negativ. Am 17. April stiegen die negativen Funding Rates laut CryptoQuant um fast 400% und fielen von −0,003 am Vortag auf −0,0148 – just in dem Moment, als BTC um rund 2,5% in Richtung 78.000 US-Dollar anzog. Die Kombination aus überkauftem RSI, Gewinnmitnahmen durch kurzfristige Halter und anhaltend negativen Funding Rates erklärt, warum eine Positionierung auf fallende Kurse derzeit plausibel wirkt und warum viele Bären vor einem sauberen Sprung über 80.000 US-Dollar mit Widerstand rechnen. Nimmt die Käuferseite den Druck jedoch auf, kann sich das Setup schnell zu einer Bärenfalle drehen. Aus institutioneller Sicht stützt die Nachfrage: Zuletzt flossen mehr als 650 Mio. US-Dollar in Bitcoin-ETFs, wobei BlackRocks IBIT knapp 45% der Zuflüsse ausmachte. Zusammen mit einem positiven Coinbase Premium Index (CPI) deutet das auf anhaltende Kaufbereitschaft unterhalb des Marktes hin. Bleibt die Risikoneigung hoch, wirkt ein Vorstoß über 80.000 US-Dollar – getrieben von einem Short Squeeze – kurzfristig zunehmend wahrscheinlich. Zusammenfassung: Steigende Gewinnmitnahmen und eine wachsende Short-Positionierung bringen Bitcoin an einen kritischen Punkt nahe dem Widerstand bei 80.000 US-Dollar. Kräftige ETF-Zuflüsse und anhaltende Kaufunterstützung könnten das bärische Positioning in einen aus Short Squeeze gespeisten Ausbruch drehen.