Bitcoin erholt sich – Strategy setzt auf Rückkauf von Wandelanleihen
Bitcoin hat sich nach einer volatilen Vorwoche zum Wochenstart stabilisiert und notiert nahe 77.000 US-Dollar. Am Montag kletterte der Kurs bis in den Bereich um 77.400 US-Dollar; zuletzt wurde BTC bei 77.421 US-Dollar gehandelt, ein Plus von rund 0,79% gegenüber dem Vortag. Käufer verteidigten dabei die Zone um 76.000 US-Dollar und hielten den kurzfristigen Aufwärtstrend intakt.
Im Mittelpunkt steht neben der Kursbewegung die Finanzierungsstrategie von Strategy (MSTR). Unternehmenschef Michael Saylor erklärte, man habe in dieser Woche Anleihen statt Bitcoin gekauft und die "BitVac" sei "charged". Das wird am Markt als Signal gewertet, dass die bisher regelmäßigen Spot-Käufe vorerst zugunsten von Bilanz- und Kapitalstrukturmaßnahmen pausieren.
Strategy bleibt einer der größten Corporate-Holder von Bitcoin. Am 18. Mai meldete das Unternehmen den Erwerb von 24.869 BTC. Der Bestand liegt damit bei 843.738 BTC, was zum aktuellen Kursniveau einen Gegenwert von mehr als 65 Milliarden US-Dollar entspricht.
Konkret richtet sich der Fokus nun auf einen Rückkauf von Wandelanleihen: Strategy hat mit Inhabern der 2029 fälligen Notes privat ausgehandelte Transaktionen vereinbart und will Anleihen im Nennwert von rund 1,50 Milliarden US-Dollar zurückkaufen. Der geschätzte Kaufpreis liegt bei etwa 1,38 Milliarden US-Dollar und damit unter pari. Laut Einreichung kann die Finanzierung über Barmittelreserven, At-the-Market-Aktienverkäufe oder auch Bitcoin-Verkäufe erfolgen. Diese Formulierung sorgte für Aufmerksamkeit, nachdem Saylor zuvor mögliche kleinere Bitcoin-Verkäufe als Kapitalmanagement eingeordnet hatte. Strategy hat bislang keinen Bitcoin-Verkauf im Zusammenhang mit dem Rückkauf bestätigt.
Für Aktionäre könnte der Schritt das Risiko künftiger Verwässerung reduzieren, da Wandelanleihen unter bestimmten Bedingungen in Aktien umgewandelt werden können. Die Stilllegung eines Teils der Tranche senkt potenziellen Druck auf die Aktienzahl. Die MSTR-Aktie wurde zuletzt bei 159,89 US-Dollar gehandelt, nahezu 3% im Minus.
Trotz der Erholung bleibt die Nachfrage-Seite angespannt. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten vom 18. Mai bis 22. Mai Nettoabflüsse von etwa 1,256 Milliarden US-Dollar. Der größte Abfluss entfiel auf den 18. Mai mit rund 648,64 Millionen US-Dollar. Diese Abflüsse erklären, warum die Aufwärtsbewegung bislang vorsichtig wirkt: Kursgewinne können zwar durch Short-Eindeckungen und eine Entspannung der Risikostimmung entstehen, für einen nachhaltigen Ausbruch braucht es jedoch stärkere Spot-Nachfrage.
Technisch gilt ein Halten über dem 50-Tage-Simple-Moving-Average bei etwa 76.940 US-Dollar als stützend. Auf der Oberseite muss Bitcoin für weitere Fortschritte den Widerstandsbereich zwischen 78.500 und 79.500 US-Dollar überwinden; darüber rückt die Zone im unteren 80.000er-Bereich als nächster Test in den Fokus. Fällt BTC hingegen unter 75.000 US-Dollar, würde das die aktuelle Erholungsbewegung deutlich belasten.