ChainThink Daily Brief: BitMine baut ETH-Staking aus, Meta führt USDC-Auszahlungen ein, WLFI startet Governance-Votum
Top-Themen
Insider: US-Kriegskosten gegen Iran könnten über der Schätzung von 25 Mrd. US-Dollar liegen. Nach Angaben aus dem Umfeld des Pentagons sei die frühere Kalkulation von rund 25 Mrd. US-Dollar zu niedrig, da Reparaturkosten für beschädigte US-Militärbasen in der Region nicht berücksichtigt worden seien.
Fed-Chef Powell: Rücktritt erst nach Abschluss der Untersuchung. Jerome Powell erklärte, er werde sein Amt nicht niederlegen, bevor die Untersuchung des US-Justizministeriums vollständig abgeschlossen sei. Nach dem 15. Mai wolle er zudem als Gouverneur der Federal Reserve im Amt bleiben.
Fed belässt Leitzins zum dritten Mal in Folge unverändert, Uneinigkeit nimmt zu. Die Notenbank verweist auf ein weiterhin solides Wachstum der Wirtschaftsaktivität. Das Beschäftigungswachstum sei insgesamt breit schwach, die Arbeitslosenquote habe sich zuletzt kaum verändert. Die Inflation bleibe erhöht, auch infolge jüngster Anstiege der globalen Energiepreise. Zugleich erhöhe die Entwicklung im Nahen Osten die Unsicherheit für den Ausblick. Der Zielkorridor für die Federal Funds Rate bleibt bei 3,5% bis 3,75%. Weitere Anpassungen sollen von eingehenden Daten, den Perspektiven und der Risikobalance abhängen. Ziel bleibe maximale Beschäftigung und eine Inflation von 2%.
Branchen-News
BitMine stockt Staking-Pool um 111.500 ETH auf. Laut Onchain Lens wurden vor 5 Stunden 111.496 ETH im Wert von rund 253 Mio. US-Dollar hinzugefügt. Damit steigt der insgesamt gestakte Bestand auf 4.034.885 ETH, umgerechnet etwa 9,09 Mrd. US-Dollar. Zudem erhielt eine neu erstellte Adresse vor zwei Stunden 20.000 ETH von FalconX (rund 44,8 Mio. US-Dollar) und hält nun insgesamt 40.000 ETH (rund 90,16 Mio. US-Dollar); die Adresse könnte mit BitMine in Verbindung stehen.
Meta ermöglicht ausgewählten Creators Auszahlungen in USDC, Solana- und Polygon-Wallets integriert. Meta bietet ausgewählten Creators an, Vergütungen in USDC zu erhalten und Erträge direkt auf Wallets in Solana oder Polygon auszuzahlen. Unterstützt werden verknüpfbare, verschlüsselte Wallets wie MetaMask oder Phantom. Die Zahlungsabwicklung erfolgt über Stripe und kann steuerrelevante Krypto-Reportings unterstützen. Meta weist auf Risiken von Stablecoin-Zahlungen hin; Nutzer seien für die Sicherheit von Accounts und Wallets verantwortlich. Bei technischen Problemen oder Sonderfällen könne Meta auf alternative Auszahlungswege umstellen.
Projekt-Highlights
WLFI: Governance-Vorschlag zur Token-Freischaltung startet, Abstimmung 7 Tage. World Liberty Financial hat eine Abstimmung zur Freischaltung von 62.282.252.205 gesperrten WLFI-Token eröffnet. Bei Annahme sollen die betroffenen Token mindestens zwei Jahre nicht in den Markt gelangen. Vorgesehen ist, dass bis zu 45,2 Mrd. WLFI (Gründerteam, Berater, Partner) in eine 2-jährige Sperrfrist mit anschließender 3-jähriger linearer Vesting-Phase überführt werden, zusätzlich mit der Vernichtung von bis zu rund 4,5 Mrd. Token. Etwa 17 Mrd. gesperrte Token früher Unterstützer sollen in eine 2-jährige Sperrfrist mit anschließender 2-jähriger linearer Vesting-Phase wechseln. Das Quorum liegt bei 1 Mrd. WLFI-Token.
KAIO bringt nativen Token an den Start: 10 Mrd. Gesamtangebot, 37,5% für Community- und Liquiditätsanreize. Das RWA-Tokenisierungsprotokoll KAIO kündigte den Start des Tokens KAIO an und gründete zugleich die KAIO Foundation als Steuerungs- und Betriebseinheit für Governance, Treasury-Management und Ökosystemaufbau, in Zusammenarbeit mit KAIO Labs für Infrastruktur und Produktinnovation. KAIO positioniert sich als offene Infrastruktur für institutionelle Real-World-Assets (RWA) mit Fokus auf Compliance, Auditierbarkeit und Cross-Chain-Tokenisierung. Nach Unternehmensangaben wurden bereits fünf institutionelle Fonds u. a. von BlackRock, Brevan Howard und Hamilton Lane angebunden; der TVL liegt bei rund 100 Mio. US-Dollar über mehr als 10 Blockchain-Netzwerke. In der Token-Ökonomie entfallen 37,5% auf Community und Liquidität (größter Anteil). Team- und Early-Investor-Token unterliegen Vesting- und Cliff-Regeln, zum TGE werden keine Token freigegeben. Die Foundation erhält 17% zur langfristigen Ökosystemfinanzierung.
Hyperliquid will Polymarket mit "Zero-Fee-to-open" angreifen. Hyperliquid treibt den Einstieg in Prediction Markets voran und will mit den neu eingeführten "Outcome Tokens" gegen Plattformen wie Polymarket und Kalshi antreten. Die offengelegte Gebührenlogik sieht für Event-Trading ein Modell "keine Gebühr beim Eröffnen, Gebühr beim Schließen oder Settlement" vor und deckt Minting, Handel, Burning und Abwicklung ab. Für "aligned quote tokens" werden zudem niedrigere Handelskosten, höhere Market-Maker-Rebates und Rabatte angekündigt. Die Funktion soll über das HIP4-Upgrade kommen und binäre Event-Kontrakte im selben Account mit Spot und Perpetuals integrieren. Prediction Markets verzeichneten zuletzt starkes Wachstum; das Handelsvolumen soll 2025 insgesamt über 63,5 Mrd. US-Dollar liegen. HIP3 hatte zuvor dazu beigetragen, dass der permissionless Perpetual-Markt mehr als 35% des Plattformvolumens ausmacht. Event Tokens laufen derzeit im Testnet, ein Mainnet-Termin ist noch offen.
MegaETH: MEGA-Listing am 30. April, On-Chain ab 18:00, Off-Chain ab 19:00. MegaETH kündigte an, dass der MEGA-Token am 30. April um 18:00 Uhr (Pekinger Zeit) den On-Chain-Handel startet; um 19:00 Uhr folgt der Off-Chain-Handel.
Investment & Finanzierung
Anthropic prüft neue Finanzierungsrunde, Bewertung womöglich über 900 Mrd. US-Dollar. Anthropic erwägt eine neue Kapitalrunde mit einer potenziellen Bewertung von über 900 Mrd. US-Dollar. Bei Abschluss würde dies die Bewertung früherer OpenAI-Runden übertreffen. Mehrere Investoren sollen Angebote abgegeben haben, die mehr als doppelt so hoch sind wie die aktuelle Bewertung. Die Gespräche befinden sich demnach in einem frühen Stadium, bislang sei kein Angebot angenommen worden. Die derzeitige Bewertung liegt bei etwa 350 Mrd. US-Dollar, getragen vor allem von Investments von Google und Amazon. Ein IPO wird laut Bericht bereits ab Oktober dieses Jahres erwogen.
Rogo schließt Series D über 160 Mio. US-Dollar unter Führung von Kleiner Perkins ab. Die KI-Plattform für Finanz-Workflows Rogo meldete eine Series-D-Finanzierung über 160 Mio. US-Dollar, angeführt von Kleiner Perkins; beteiligt sind u. a. Sequoia Capital, Thrive Capital, Khosla Ventures und J.P. Morgan Growth Equity Partners. Rogo zufolge wird das System bei führenden Investmentbanken, Asset Managern und Private-Equity-Häusern eingesetzt, um Research, Modellierung und Kundenkommunikation effizienter zu machen. Das Kapital soll in tiefere Systemintegration, den Ausbau von Onsite-Engineering- und Investmentbanking-Teams sowie die Expansion nach Europa und Asien fließen. Das Unternehmen spricht von einer durch KI getriebenen "Demokratisierung" und Effizienz-Neuordnung hochwertiger Finanzdienstleistungen.
Regulierung
Südkoreas Zentralbank: Bei Bedarf Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte. Ein Vertreter der südkoreanischen Notenbank erklärte, man werde bei Bedarf eingreifen, um die Finanzmärkte zu stabilisieren. Die Lage rund um den Nahostkonflikt werde eng beobachtet.
US-Senatoren treiben "Clarity Act" voran, Stablecoin-Renditen könnten klarer geregelt werden. Die Krypto-Journalistin Eleanor Terrett berichtete, Senator Thom Tillis wolle den Clarity Act so schnell wie möglich in die Markup-Phase des Bankenausschusses im US-Senat bringen. Es gebe "erheblichen Konsens", nun solle der formale Prozess starten. Tillis kündigte an, nach der Kongresspause den Ausschussvorsitz um einen Markup-Termin zu bitten. Der Gesetzestext zu Stablecoin-Renditen soll vier bis fünf Tage vor dem Markup veröffentlicht werden, damit Branche und Stakeholder ihn vorab prüfen können. Viele Bedenken der Banken zu Risiken von Stablecoin-Renditen seien in Gesprächen adressiert worden; Institute mit verbleibendem Feedback wurden aufgerufen, "in gutem Glauben" an der Verfeinerung mitzuwirken.
Stimmen
21Shares: Bitcoin könnte dieses Jahr 100.000 US-Dollar erreichen. Adrian Fritz, CIO von 21Shares, sagte, die anhaltenden Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs stärkten die Rolle von Bitcoin in der institutionellen Asset-Allokation, auch wenn der Kurs unter 80.000 US-Dollar liege. Insgesamt hätten Bitcoin-ETFs in diesem Jahr bislang fast 2 Mrd. US-Dollar angezogen, getragen von Privatanlegern, Institutionen sowie Hedgefonds-Strategien rund um Arbitrage und Optionen. Mit dem stärkeren Engagement klassischer Vermögensverwalter wie Morgan Stanley würden Krypto-Assets zunehmend in Multi-Asset-Portfolios integriert. Das tägliche Bitcoin-Handelsvolumen liege inzwischen über 50 Mrd. US-Dollar, die Liquidität nähere sich der von großen Tech-Aktien wie Nvidia. ETF-Strukturen lieferten Liquidität im Primär- und Sekundärmarkt und verliehen Bitcoin schrittweise Merkmale eines "institutionellen" Assets. Trotz makroökonomischem und zinsseitigem Gegenwind sieht Fritz eine Verschiebung der ETF-Zuflüsse von spekulativer Nachfrage hin zu strukturellem Bedarf. Er erwartet, dass Bitcoin dieses Jahr die Marke von 100.000 US-Dollar testen könnte, gestützt durch bessere geopolitische Rahmenbedingungen, anhaltende Kapitalzuflüsse und Short-Covering. Altcoins würden sich stärker ausdifferenzieren; der Markt bewege sich hin zu Auswahlkriterien mit Fokus auf Fundamentaldaten und Cashflow.
SpaceX: Musk hat Vetorecht gegen seine eigene Abberufung. Aus IPO-Unterlagen geht hervor, dass nur Stimmen über die von Elon Musk kontrollierte Aktienklasse ihn als Board-Mitglied oder Executive bei SpaceX abberufen können.