BlackRock bringt Bitcoin-ETF mit Covered-Call-Ansatz an den Start

Wenn der Chef für Aktien-ETFs eines Vermögensverwalters mit über 10 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen öffentlich sagt, Bitcoin "habe einen Nutzen" und "man könne es inzwischen nicht mehr ignorieren", ist das mehr als eine Randnotiz. Jay Jacobs, US-Leiter Equity ETFs bei BlackRock, ordnete Bitcoin am 18. Juni als Asset ein, das groß genug sei, um institutionelle Aufmerksamkeit zu verlangen. BlackRock lässt es dabei nicht bewenden: Das Haus bringt den iShares Bitcoin Premium Income ETF (Ticker: BITA) auf den Markt. Der Fonds soll über ein Covered-Call-Programm aus Bitcoin-Exposure einen monatlichen Cashflow generieren und markiert damit eine neue Ausprägung im Bitcoin-ETF-Segment. Der Start ist für etwa den Zeitraum um den 16. bis 17. Juni vorgesehen. BITA verkauft Call-Optionen auf rund 25 bis 35 % des an IBIT gekoppelten Exposure und vereinnahmt Optionsprämien, die als monatliche Ausschüttungen an die Anleger weitergegeben werden. Das Produkt richtet sich gezielt an Investoren, die Bitcoin im Portfolio wünschen, aber zugleich laufende Erträge suchen, etwa Ruheständler, Income-Strategien und konservativere Allokatoren, die Volatilität akzeptieren, aber eine Renditekomponente erwarten. Erwähnenswert ist auch die personelle Einordnung: Jacobs wurde früher in diesem Jahr in eine Rolle gehoben, in der er die Sponsor-Einheit des iShares Bitcoin Trust (IBIT) führt und damit enger in BlackRocks Kernprozesse rund um ETFs einbindet. Das gilt am Markt als Signal, dass Bitcoin-Produkte operativ mit ähnlicher Priorität behandelt werden wie die etablierten Aktien-ETFs. Jacobs verweist seit Monaten auf die These, die Bitcoin-Adoption sei "noch sehr früh". Bereits im Januar argumentierte er, die niedrigen institutionellen Besitzquoten deuteten auf erhebliches Wachstumspotenzial hin. IBIT hat sich bereits als BlackRocks zentrales Krypto-Produkt etabliert. BITA ist der nächste Schritt: nicht nur Exposure anzubieten, sondern es in eine Form zu bringen, die in klassische Portfoliokonstruktionen passt. Inhaltlich hebt Jacobs Bitcoin als potenziellen Diversifikator hervor, der über längere Zeiträume eine geringe Korrelation zu traditionellen Aktienmärkten aufweisen könne. BlackRocks Forschungsarbeit stütze demnach die These, dass sich Bitcoin über mehrere Jahre anders verhält als Aktien und Anleihen. Für Anleger ist vor allem das Risikoprofil entscheidend: Covered-Call-Strategien begrenzen strukturell das Aufwärtspotenzial. Steigt Bitcoin in kurzer Zeit stark, etwa bei einer Verdopplung innerhalb eines Quartals, wird BITA diese Bewegung nicht voll abbilden, weil die verkauften Calls bei dem Teil des Portfolios mit Optionspositionen einen Teil der Gewinne abschöpfen. Anleger tauschen damit potenziellen Kursgewinn gegen laufende Prämien. In einem sehr starken Bullenmarkt kann das nachteilig sein, in seitwärts laufenden oder moderat steigenden Märkten kann der Ansatz attraktiv wirken.