Langfristige Bitcoin-Anleger verkaufen in schwacher Marktphase Coins im Wert von 2,4 Mrd. US-Dollar
Bitcoin steht weiter unter Druck – und nun erhöhen auch lange inaktive Langfrist-Anleger den Verkaufsdruck. Wie CoinDesk unter Berufung auf Compass Point berichtet, haben sogenannte Longterm Holder in den vergangenen zwei Tagen Bitcoin im Gegenwert von rund 2,4 Mrd. US-Dollar abgestoßen. Das verschärft das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.
Compass Point definiert Langfrist-Anleger als Investoren, die ihre Bestände seit mindestens 155 Tagen halten. Diese Wallets seien zwischen Februar und April weitgehend ruhig geblieben, in den vergangenen Wochen habe sich das Verhalten aber deutlich in Richtung Verkäufe verschoben.
Laut Analyst Ed Engel entfielen 26% der in den letzten 30 Tagen verkauften Bitcoin auf Investoren, die zu Kursen oberhalb von 90.000 US-Dollar eingestiegen waren. Diese Käufergruppe, die während der Abwärtsphase zuvor vergleichsweise stabil geblieben sei, beginne nun in größerem Umfang Positionen zu reduzieren. Engel spricht von panikgetriebenen Verkäufen bei höher eingestiegenen Marktteilnehmern – ein Muster, das häufig in späteren Phasen eines Bärenmarkts zu beobachten sei. Trotz zunehmenden Drucks könne dies darauf hindeuten, dass die aktuelle Abwärtsbewegung in die zweite Hälfte eingetreten ist.
Zusätzlich belastet der anhaltende Kapitalabfluss aus Spot-Bitcoin-ETFs die Stimmung. Nach Daten von SoSoValue verzeichneten Bitcoin-ETFs per Montag an 11 Handelstagen in Folge Nettoabflüsse – der längste durchgehende Abflusszeitraum seit Auflage. Citi-Analyst Alex Saunders betonte, ETF-Flows seien ein zentraler Preistreiber und erklärten rund 45% der wöchentlichen Renditevolatilität. Die jüngste Serie an Abflüssen deute auf eine weiterhin geringe Risikobereitschaft hin.
Auch geopolitische Faktoren verstärken die Abwärtsdynamik. Der Bericht verweist darauf, dass Bitcoin sein Hoch von über 126.000 US-Dollar aus dem vergangenen Oktober bislang nicht zurückerobern konnte. Die anhaltende Unsicherheit rund um einen möglichen Konflikt zwischen den USA und Iran drückt auf die Kurse, während US-Aktien im selben Zeitraum neue Höchststände erreicht haben. Das zwinge den Markt, das Bitcoin-Narrativ zwischen "sicherem Hafen" und Risikoanlage neu zu bewerten.
Seit Wochenbeginn ist Bitcoin um 10% gefallen. Ein panikartiger Abverkauf am Montag löste zudem eine Kaskade von Liquidationen auf der Long-Seite aus und beschleunigte den Rückgang. Der Verkauf von 32 Bitcoin durch Strategy sei laut Bericht hingegen nicht der Hauptauslöser der Bewegung gewesen.