Krypto-Branche unterstützt Kompromiss zur Stablecoin-Rendite im CLARITY Act und drängt Senats-Bankenausschuss auf Markup
US-Krypto-Verbände haben den Senats-Bankenausschuss aufgefordert, die Beratungen (Markup) zum Digital Asset Market Clarity Act zügig wieder aufzunehmen. Auslöser war ein am Freitag veröffentlichter Kompromisstext der Senatoren Thom Tillis (R-N.C.) und Angela Alsobrooks (D-Md.) zur Rendite auf Stablecoins, dem letzten großen Streitpunkt des Gesetzentwurfs.
Der Text untersagt Krypto-Unternehmen, auf Stablecoin-Guthaben Zinsen oder Erträge zu zahlen, wenn dies wirtschaftlich oder funktional einem Bankeinlagenprodukt entspricht. Ausgenommen bleiben Bonus- und Rewards-Programme, die an "bona fide activities" oder "bona fide transactions" geknüpft sind. Zudem sollen das Finanzministerium (Treasury) und die CFTC binnen eines Jahres nach Inkrafttreten entsprechende Regeln ausarbeiten.
Summer Mersinger, CEO der Blockchain Association, bezeichnete die Einigung als Schritt in die richtige Richtung. Sie lobte Tillis und Alsobrooks für ihre Führung und warnte, ohne klaren Rechtsrahmen wanderten Spitzenkräfte, Kapital und innovative Unternehmen ins Ausland ab.
Der Crypto Council for Innovation (CCI) unterstützte den Gesetzentwurf grundsätzlich, verwies aber auf Bedenken. CEO Ji Hun Kim erklärte auf X, die neue Formulierung gehe deutlich über den GENIUS Act vom Vorjahr hinaus, der Rewards nur für Emittenten untersagt habe. Der nun vorgeschlagene Ansatz greife dagegen für alle Teilnehmer des Digital-Asset-Markts. Zugleich forderte Kim den Ausschuss auf, das Gesetz dennoch voranzubringen. Ziel müsse sein, dass die USA bei Krypto führend bleiben.
Circle-CSO Dante Disparte, dessen Unternehmen die Stablecoins USDC und EURC herausgibt, stellte sich ohne Vorbehalte hinter den Kompromiss. Die Einigung zur Stablecoin-Rendite sei ein substanzieller Fortschritt in den CLARITY-Act-Verhandlungen. Disparte verwies auf das Wachstum von USDC bei grenzüberschreitenden Zahlungen, als Sicherheiten im Kapitalmarkt sowie im Bereich "agentic commerce". Die USA stünden vor der Wahl, bei Digital Assets zu führen oder geführt zu werden.
Auch Coinbase, das in den Verhandlungen besonders betroffen war, begrüßte die Entwicklung. CEO Brian Armstrong postete nach Veröffentlichung des Textes "Mark it up". Chefjurist Paul Grewal sagte, die Formulierung erhalte aktivitätsbasierte Rewards, die an tatsächliche Teilnahme auf Krypto-Plattformen gebunden seien " ein Punkt, den die Bankenlobby eingefordert habe.
Der Senats-Bankenausschuss hatte ein ursprünglich für Januar geplantes Markup zum CLARITY Act verschoben. Weitere Verhandlungspunkte sind noch offen, doch die Rendite-Frage galt zuletzt als größtes Hindernis. Unternehmen müssten ihre Rewards-Programme voraussichtlich vom Modell "buy and hold" auf "buy and use" umstellen, um die Transaktions-Ausnahmen einzuhalten.