EZB hebt Leitzinsen um 25 Basispunkte an – Inflation im Euroraum wieder über Ziel
Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht ihre drei maßgeblichen Leitzinsen um 25 Basispunkte. Damit schwenkt die Notenbank angesichts einer erneut über das 2%-Ziel gestiegenen Inflation im Euroraum zurück auf einen strafferen Kurs. Der Schritt beendet den zuvor eingeschlagenen Lockerungszyklus, der die Konjunktur stützen sollte, und unterstreicht den Fokus der EZB auf die Inflationsbekämpfung.
Präsidentin Christine Lagarde und der EZB-Rat signalisieren, die Preisentwicklung bei Bedarf über weitere Zinsanpassungen zu steuern. An den Prognosemärkten hat die Entscheidung die Erwartungen spürbar verschoben: Für die Sitzung im Juli 2026 wird eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte derzeit mit 20% "YES" bepreist. Zinssenkungen werden kaum eingepreist – ein Szenario mit einer Senkung um 50+ Basispunkte im Juli 2026 liegt praktisch bei 0% "YES".
Wichtigste Punkte
- Die Zinserhöhung passt zu einer Rückkehr zu restriktiverer Geldpolitik.
- Prognosemärkte sehen eine 20%-Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Schritt um 25 Basispunkte im Juli 2026.
- Die Bepreisung deutet auf kaum Erwartungen an Zinssenkungen hin.
Ausblick
Die EZB-Sitzung im Juli 2026 dürfte zum wichtigen Orientierungspunkt werden. Marktteilnehmer achten besonders auf neue Inflationsdaten aus dem Euroraum und auf die Hinweise der EZB zur weiteren Strategie. Falkenhafte Aussagen von EZB-Vertretern könnten die aktuelle Einpreisung eines strafferen Kurses stützen. Unerwartete Konjunktureinbrüche oder finanzielle Instabilität würden den Blick dagegen wieder stärker in Richtung Zinssenkungen lenken.
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