Fed belässt Zinsen unverändert und setzt klaren Fokus auf Inflationsbekämpfung
Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erneut unverändert gelassen. Bei der Sitzung am 17. Juni bestätigte der Offenmarktausschuss (FOMC) die Spanne für den Federal Funds Rate bei 3,5% bis 3,75% – einstimmig durch alle 12 stimmberechtigten Mitglieder. Es ist bereits die vierte Sitzung ohne Zinsschritt in Folge, nach Januar, März und April.
Für die Kryptomärkte, die derzeit ohnehin von erhöhter Volatilität geprägt sind, ist das Signal klar: Mit einer schnellen Rückkehr zu „günstigem Geld“ ist nicht zu rechnen. Höhere Zinsen über längere Zeiträume bremsen in der Regel die Risikobereitschaft, weil Liquidität eher in sicherere, renditetragende Anlagen statt in spekulative Positionen fließt.
Im Mittelpunkt stand zudem der Führungswechsel: Kevin Warsh, der Jerome Powell nach dessen Amtsende am 15. Mai ablöste, leitete seine erste FOMC-Pressekonferenz. Warsh stellte unmissverständlich klar, dass die Rückführung der Inflation Priorität hat. Der Zeitpunkt ist heikel: Die Inflation hat den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht, während die US-Wirtschaft zugleich robuste Kennzahlen liefert.
Bemerkenswert ist auch die geschlossene Linie im Ausschuss. Ein einstimmiges Votum deutet darauf hin, dass es innerhalb des FOMC aktuell keinen nennenswerten Druck in Richtung einer anderen Geldpolitik gibt. Bereits vor der Entscheidung hatte das CME FedWatch Tool die Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen mit 99% beziffert.
An der zentralen Baustelle ändert sich nichts: Solange die Inflation auf einem Drei-Jahres-Hoch verharrt, sieht die Fed keinen Anlass für Lockerungen. Entsprechend verschieben sich die Erwartungen am Markt in Richtung vorsichtiger Anpassungen – mögliche spätere Zinssenkungen dürften eher in kleinen Schritten erfolgen, mit spürbaren Abständen dazwischen.