Schwerer DeFi-Angriff: Kelp DAO verliert 292 Mio. US-Dollar, rsETH-Märkte auf Aave eingefroren
Das Liquid-Restaking-Protokoll @KelpDAO ist heute Opfer eines Exploits geworden: Angreifer entwendeten 116.500 rsETH im Gegenwert von rund 292 Mio. US-Dollar. Die erbeuteten Token wurden unmittelbar über @aave, Compound V3 und Euler geschleust, um mehr als 236 Mio. US-Dollar in $wETH zu leihen.
Nach bisherigen Erkenntnissen startete der Angriff um 17:35 UTC. Der Angreifer rief die Funktion lzReceive von LayerZero auf dem EndpointV2-Contract auf und übermittelte ein gefälschtes Cross-Chain-Paket. Dadurch wurde Kelps Bridge dazu verleitet, rsETH an Wallets freizugeben, die zuvor über Tornado Cash mit Gas-Guthaben ausgestattet worden waren. @zachxbt machte den Vorfall kurz vor 15:00 Uhr ET öffentlich.
Der Notfall-Stopp über Kelps Emergency-Multisig erfolgte um 18:21 UTC, rund 46 Minuten nach dem initialen Abfluss. Zwei weitere Versuche um 18:26 und 18:28 UTC schlugen fehl; in beiden Fällen sollte jeweils zusätzlich rsETH im Umfang von 40.000 Token (rund 100 Mio. US-Dollar) abgezogen werden.
Die bislang abgezogene Menge entspricht etwa 18% des umlaufenden rsETH-Angebots von rund 630.000 Token. Da rsETH auf mehr als 20 Netzwerken im Einsatz ist, rückt die Deckung der verpackten Versionen auf L2s in den Fokus.
Als Reaktion haben @aave, SparkLend, Fluid und @upshift_fi ihre rsETH-Märkte eingefroren. Aave-Gründer Stani Kulechov erklärte, die Aave-Contracts seien nicht kompromittiert worden; rsETH habe zudem "keine Borrowing Power". Gleichzeitig steht Aaves Umbrella-Backstop, der Ende 2025 das frühere Safety Module ablöste, in seinem ersten großen Real-World-Stresstest.
@LidoFinance stoppte Einzahlungen in earnETH. @ethena_labs pausierte vorsorglich seine LayerZero-OFT-Bridges für etwa sechs Stunden, obwohl keine rsETH-Exponierung vorliegt. Der Kurs von $AAVE gab nach Bekanntwerden der Nachricht um rund 10% nach.
Mit einem Schaden von 292 Mio. US-Dollar übertrifft der Vorfall den Hack bei @DriftProtocol vom 1. April (285 Mio. US-Dollar, mit Nordkorea in Verbindung gebracht) und gilt damit als bislang größter DeFi-Exploit des Jahres 2026.