Litecoin bestätigt Zero-Day-Bug: 13-Block-Reorg nach DoS-Angriff, Netzwerk gepatcht und stabil

Litecoin hat am Samstagnachmittag bestätigt, dass ein Zero-Day-Bug einen Denial-of-Service-Angriff auf große Mining-Pools ermöglichte. In der Folge kam es zu einer Reorganisation der Blockchain über 13 Blöcke. Dadurch wurden ungültige Transaktionen zurückgerollt, bevor sie sich auf der Main-Chain finalisieren konnten. Nach Angaben des Teams traf der Vorfall am 25. April 2026 vor allem Mining-Nodes, die nicht aktualisiert waren. Über diese Nodes seien ungültige MWEB-Transaktionen verarbeitet worden. Das habe Angreifern einen Weg eröffnet, Coins über ein fehlerhaftes "Peg-out" auf Drittanbieter-Plattformen wie dezentrale Börsen (DEX) zu verschieben. Der 13-Block-Reorg sei die Reaktion des Netzwerks auf den Exploit gewesen: Die ungültige Kette wurde verworfen, die betroffenen Transaktionen aus dem Hauptstrang entfernt. Litecoin betont, dass alle gültigen Transaktionen aus dem Zeitraum unberührt seien. Der Fehler sei vollständig behoben; das Netzwerk laufe wieder normal. Die Stellungnahme wurde am 25. April um 16:22 Uhr ET veröffentlicht. Im Tagesverlauf hatten Aurora-Labs-CEO Alex Shevchenko und der Onchain-Analyst Zacodil den Reorg bereits thematisiert; zunächst wurde die 13-Block-Reorganisation von Beobachtern als klassischer 51%-Angriff interpretiert. Onchain-Zeitstempel zeigten, dass die Erzeugung dieser 13 Blöcke mehr als drei Stunden dauerte. Bei Litecoins Blockzeit von 2,5 Minuten wären dafür normalerweise rund 32 Minuten zu erwarten. Die offizielle Darstellung zeichnet ein anderes Bild: Kein profitgetriebenes "Umschreiben der Historie", sondern ein Rücksetzen zur Bereinigung eines buggetriebenen Exploits durch das Verwerfen einer ungültigen Kette. NEAR Intents hatte zuvor von rund 600.000 US-Dollar potenzieller Exponierung berichtet und angekündigt, mögliche Nutzerverluste zu übernehmen. Da Litecoin nun bestätigt, dass die ungültigen Transaktionen zurückgerollt und von der Main-Chain entfernt wurden, könnten die tatsächlich finalisierten Verluste deutlich niedriger ausfallen als zunächst gemeldet. Eine aktualisierte Stellungnahme von NEAR Intents steht bislang aus. Auch andere Cross-Chain-Protokolle, die LTC akzeptieren und ihre Aktivität nach dem Vorfall pausiert hatten, dürften ihre Exponierung neu bewerten, nachdem Litecoin den Ablauf präzisiert hat. Der Vorfall unterstreicht nach Einschätzung vieler ein strukturelles Risiko in Proof-of-Work-Netzwerken, wenn Nodes mit veralteten Softwareversionen betrieben werden. Nicht aktualisierte Nodes akzeptierten eine Transaktion, die sie hätten ablehnen müssen, und eröffneten so den Angriffspfad über MWEB. "Das ist kein Einzelfall. Es gab viele dieser Rollback- und Double-Spend-Angriffe gegen reine Proof-of-Work-Blockchains, sowohl vor Jahren als auch zuletzt, darunter kürzlich gegen Monero und Grin", schrieb Zcash-Gründer Zooko Wilcox am Samstag. Die Lage entwickelt sich weiter.