Mastercard unterstützt sechs regulierte Stablecoins für 24/7-Kartenabrechnung über mehrere Blockchains

Mastercard treibt den Ausbau von Krypto-Zahlungen voran: Künftig sollen Kartenumsätze mit sechs regulierten, US-Dollar-gebundenen Stablecoins abgerechnet werden können – und das über mehrere Blockchains hinweg auch außerhalb klassischer Bankzeiten. Unterstützt werden Circle's USDC, die von Paxos ausgegebenen Stablecoins PYUSD, USDG und USDP sowie Ripple's RLUSD und SoFiUSD. Die Stablecoin-Abwicklung wird auf Ethereum, Solana, Polygon, Base, Arbitrum, Canton, Tempo und dem XRP Ledger verfügbar sein. Kernpunkt des Updates: Emittenten und Acquirer sollen Transaktionen auch an Wochenenden, Feiertagen und rund um die Uhr abrechnen können, statt auf die üblichen Banköffnungszeiten angewiesen zu sein. Mastercard betont, die neue Funktion ergänze bestehende Settlement-Prozesse und ersetze sie nicht. Zum Start sollen unter anderem ARQ (vormals DolarApp), CBW Bank, Cross River, Lead Bank und Nuvei die neue Option aktivieren. Die erste Einführung ist für Teile der USA und Lateinamerikas vorgesehen, eine breitere Ausweitung ist bis 2026 geplant. Beim Thema Sicherheit und Compliance verweist Mastercard darauf, dass für Stablecoin-Abrechnungen dieselben Netzwerkstandards gelten sollen wie bisher – inklusive Sicherheitskontrollen, Betrugsprävention, Verfahren zur Streitbeilegung und Interoperabilität. Strategisch ordnet Mastercard den Schritt in jüngste regulatorische und unternehmerische Entwicklungen ein. So erhielt die Tochter Mastercard Transaction Services (U.S.) LLC vom New York Department of Financial Services eine BitLicense, die Virtual-Currency-Geschäftsaktivitäten in New York ermöglicht und Services rund um Stablecoins sowie tokenisierte Einlagen innerhalb bestehender Compliance-Rahmen unterstützt. Zudem folgt die Ankündigung auf die im März bekannt gegebene Vereinbarung zur Übernahme des Stablecoin-Infrastrukturanbieters BVNK für bis zu 1,8 Mrd. US-Dollar sowie auf die Vergabe einer Mastercard Principal Membership an den Stablecoin-Kartenemittenten Rain. Auch Wettbewerber bauen Blockchain-basierte Settlement-Programme aus: Visa testet weiterhin stablecoin-gestützte Abwicklungen über mehrere Chains, MoneyGram hat jüngst den Stablecoin MGUSD auf Stellar gestartet, um internationale Zahlungen zu unterstützen. Laut CoinGecko nähert sich das Gesamtangebot dollarbasierter Stablecoins der Marke von 300 Mrd. US-Dollar. Tether's USDT bleibt mit rund 188 Mrd. US-Dollar Umlaufmenge führend, gefolgt von Circle's USDC mit etwa 76 Mrd. US-Dollar. Mit der Möglichkeit, regulierte Stablecoins über mehrere Blockchains und unabhängig von Bankzeiten für die Kartenabrechnung zu nutzen, will Mastercard Abwicklungen beschleunigen, 24/7-Zahlungsschienen in Karten-Ökosysteme bringen und die Verzahnung klassischer Zahlungsinfrastruktur mit regulierten digitalen Vermögenswerten vertiefen – bei unveränderten Compliance- und Sicherheitsstandards.