Mastercard erweitert Karten-Abwicklung auf regulierte Stablecoins wie USDC und RLUSD

Mastercard treibt seine Strategie für Stablecoin-basierte Zahlungen voran und baut die eigene Settlement-Infrastruktur aus. Künftig sollen Emittenten und Acquirer Kartentransaktionen nicht nur über klassische Fiat-Schienen, sondern auch mit regulierten digitalen Vermögenswerten abrechnen können. Der Zahlungsdienstleister kündigte an, Optionen für Intraday-Abwicklung sowie Settlement am Wochenende und an Feiertagen einzuführen. Zusätzlich soll On-Chain-Settlement für Kartenzahlungen mit regulierten Stablecoins ermöglicht werden. Ziel ist mehr Flexibilität bei Zeitpunkt und Art der Abwicklung – vor allem bei grenzüberschreitenden Zahlungen, Treasury-Prozessen und Auszahlungen, die schnelle, dauerhaft verfügbare Liquidität benötigen. Unter den unterstützten Stablecoins ist auch Ripples RLUSD. Mastercard nannte folgende regulierte Assets für die Abwicklung: Circle's USDC; von Paxos emittierte Coins wie PYUSD, USDG und USDP; Ripple's RLUSD; sowie SoFi's SoFiUSD. Die Stablecoins sollen über mehrere Blockchains hinweg unterstützt werden, darunter Arbitrum, Base, Canton, Ethereum, Polygon, Solana, Tempo und der XRP Ledger. Mit der Ankündigung positioniert Mastercard Stablecoins stärker als Kerninfrastruktur für das Settlement statt als reine Handels- und Liquiditätsinstrumente. "Die nächste Phase der Stablecoin-Adoption dreht sich um Nutzen in der realen Welt, besonders im Settlement, wo Timing und Liquidität am wichtigsten sind", sagte Raj Dhamodharan, Executive Vice President für Blockchain und Digital Assets bei Mastercard. Intraday- sowie Wochenend-Settlements sollen Partnern helfen, Liquidität in einer "Always-on"-Digitalwirtschaft zu steuern, ohne bei Vertrauen, Robustheit und Schutzmechanismen Abstriche zu machen. Mastercard betonte, das Angebot ergänze bestehende Settlement-Schienen und ersetze sie nicht. Das Unternehmen sprach von einer "Netzwerk-Weiterentwicklung", die aktuelle Sicherheitsstandards, Betrugsprävention und Streitbeilegungsprozesse beibehält und digitales Asset-Settlement als alternative Option hinzufügt. Zu den frühen Implementierungspartnern zählen ARQ (ehemals DolarApp), CBW Bank, Cross River, Lead Bank und der Zahlungsabwickler Nuvei. Der Startfokus liegt auf den USA und Lateinamerika. Eine breitere Ausweitung ist bis 2026 geplant, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen; weitere Partner, Regionen und regulierte Stablecoins sollen schrittweise folgen. Ripple wertete die Aufnahme von RLUSD als wichtigen Vertrauensbeweis für regulierte Stablecoins im institutionellen Zahlungsverkehr. "Das ist eine wegweisende Bestätigung, dass Blockchain-Technologie bereit ist für die kritischste Zahlungsinfrastruktur der Welt", sagte Jack McDonald, Senior Vice President für Stablecoins bei Ripple. Der Schritt spiegele eine wachsende Nachfrage nach vertrauenswürdigen, regulierten Stablecoins auf öffentlichen Netzwerken wie dem XRP Ledger. Auch andere Branchenstimmen verwiesen auf operative Vorteile. Circle's Chief Commercial Officer Kash Razzaghi verwies auf die steigende Nachfrage nach Infrastruktur, die auch außerhalb klassischer Banköffnungszeiten funktioniert. Luca Cosentino von Cross River bezeichnete Stablecoins als "leistungsstarkes Werkzeug" für schnelleres und transparenteres Settlement. Marktnotiz: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte XRP bei 1,24 US-Dollar.