US-Abgeordnete nimmt Fed-Genehmigung für Kraken-Zugang zum Zahlungssystem unter die Lupe
In Washington nimmt die Debatte über den Zugang von Krypto-Unternehmen zur US-Zahlungsinfrastruktur an Fahrt auf. Im Fokus steht die Frage, wie Kraken eine Genehmigung für einen Federal-Reserve-Account erhalten konnte – und ob Aufsicht, Risikosteuerung und Gleichbehandlung dabei konsistent umgesetzt wurden.
Die demokratische Kongressabgeordnete Maxine Waters (Kalifornien), ranghöchstes Mitglied der Demokraten im Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses, wandte sich am 26. März in einem Schreiben an Jeff Schmid, Präsident und CEO der Federal Reserve Bank of Kansas City. Sie verlangt Auskunft über die Freigabe eines „limited purpose account“ für Kraken Financial. Nach Darstellung des Schreibens ist unklar, wie diese Zulassung in bestehende Fed-Rahmenwerke passt, zumal es keine eindeutig definierte Kategorie für solche Konten gibt.
Die Kansas-City-Fed hatte Payward Financial, firmierend als Kraken Financial, den Zugang für zunächst ein Jahr eingeräumt. Die Konditionen seien am jeweiligen Risikoprofil ausgerichtet, Details wurden nicht veröffentlicht. Waters schrieb: „I write to request that you clarify the terms of Kraken’s account access approval and provide additional information regarding the process and considerations informing the approval."
Waters stellt in dem Brief eine Reihe operativer und aufsichtsrechtlicher Fragen. Sie will wissen, ob das Konto die Nutzung von FedACH, Check Services, FedCash oder Fedwire Securities Services ermöglicht und ob sich die Funktionen von dem unterscheiden, was typischen Inhabern eines Master Accounts zur Verfügung steht.
Zudem fragt sie nach Vorgaben zu Salden und Liquidität: Ob Kraken Tagesüberziehungen („daylight overdrafts“) auslösen darf, ob unbegrenzte Overnight-Bestände zulässig sind und ob auf diese Guthaben Zinsen gezahlt werden. Auch geht es um die Frage, ob die Kansas-City-Fed zusätzliche Prüfstandards, Meldepflichten oder Risikokontrollen über das SPDI-Regime (Special Purpose Depository Institution) des Bundesstaats Wyoming hinaus auferlegt hat – und ob solche Bedingungen mit dem Board of Governors der Federal Reserve oder anderen Reserve Banks abgestimmt wurden.
Neben den konkreten Kontobedingungen verlangt Waters Einblick in interne und externe Kommunikation rund um die Genehmigung. Dabei soll offengelegt werden, ob Bundes- oder Landesbehörden die Entscheidung beeinflusst oder überprüft haben. Als Begründung verweist sie auf die Bedeutung für Finanzstabilität und Verbraucherschutz in einem Umfeld, in dem sich Zahlungstechnologien rasch weiterentwickeln.
Waters betonte: „Answers to these questions are critical to ensuring that the process of approving Federal Reserve Bank account access is conducted consistently with the law, with impartiality, and in a manner that continues to foster a safe and efficient payment system." Sie bat um eine schriftliche Antwort bis zum 10. April 2026: „This matter is of critical importance to the development and oversight of our financial system, so I request that you promptly respond in writing by April 10, 2026. I look forward to your reply."
FAQ
Warum ist der Fed-Zugang von Kraken für Investoren relevant? Er könnte eine Ausweitung der Einbindung von Krypto-Firmen in zentrale Zahlungsinfrastruktur signalisieren.
Welche Risiken stehen im Fokus der Aufseher? Liquidität, Aufsichtsstandards und potenzielle systemische Ansteckung.
Kann das Auswirkungen auf die Krypto-Regulierung haben? Ja, der Fall könnte prägen, wie künftiger Zugang zu Fed-Systemen geregelt wird.
Was ist die zentrale Unsicherheit für die Märkte? Das Fehlen klarer regulatorischer Rahmenwerke für krypto-nahe Fed-Konten.