Frankreich: Deutlich mehr kryptobezogene Entführungen – Pnaco erhebt Anklage gegen 88 Personen
Frankreich verzeichnet seit 2023 einen starken Anstieg von Entführungs- und Erpressungsfällen mit Bezug zu Kryptowährungen. Wie Le Monde unter Berufung auf das Nationalbüro der Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (PNACO) berichtet, wurden 2024 18 Fälle registriert, 2025 stieg die Zahl auf 67. Im Jahr 2026 seien bereits 47 Fälle erfasst worden – insgesamt 135.
In 12 laufenden Ermittlungsverfahren wurden 88 Personen formell angeklagt, darunter mehr als zehn Minderjährige. 75 Verdächtige befinden sich in vorläufiger Haft. Staatsanwältin Vanessa Péré erklärte, die Ermittlungen hätten mehrfach auftretende Beteiligte in verschiedenen Verfahren identifiziert, was auf ein strukturiertes kriminelles Netzwerk hindeute.
Zu den von PNACO genannten Beispielen zählt ein Vorfall im Dezember 2025 im Département Charente, bei dem drei maskierte Täter ein Paar zwangen, Kryptowährungen im Wert von rund 8 Mio. € zu transferieren. Im Januar 2025 wurde zudem David Balland, Mitgründer des Hardware-Wallet-Anbieters Ledger, entführt. PNACO kündigte an, die landesweiten Maßnahmen zur Strafverfolgung weiter zu verstärken.