Quantencomputer knackt 15‑Bit‑ECC‑Privatschlüssel: Bitcoins 256‑Bit‑Sicherheit bleibt intakt, Migrationsdruck nimmt zu
Huoxing Finance zufolge hat Project Eleven den heutigen QDay Prize an den Forscher Giancarlo Lelli vergeben. Ihm gelang es, aus einem öffentlichen Schlüssel einen 15‑Bit‑Privatschlüssel auf Basis elliptischer Kurven abzuleiten – unter Einsatz öffentlich zugänglicher Quantenhardware. Es handelt sich um die bislang größte öffentliche Demonstration dieser Art und um einen 512‑fachen Fortschritt gegenüber der 6‑Bit‑Demonstration vom September 2025.
Lelli nutzte eine Variante von Shor's Algorithmus, zugeschnitten auf das Elliptic Curve Discrete Logarithm Problem (ECDLP) – die mathematische Grundlage von Bitcoins Signaturschema. Eingesetzt wurde Hardware mit rund 70 Qubits.
Für reale Bitcoin-Wallets besteht derzeit keine unmittelbare Gefahr: Kein bekanntes Quantencomputersystem kann heute die 256‑Bit‑Sicherheit der bei Bitcoin verwendeten elliptischen Kurve brechen.
Die Diskussion um Zeitpläne gewinnt dennoch an Tempo. Google senkte am 31. März seine Ressourcenabschätzungen für ECDLP256 und setzte ein Ziel für die Migration auf Post-Quanten-Kryptografie auf die Zeit nach 2029. Cloudflare schloss sich später an. Das britische NCSC definierte Migrationsmeilensteine für den Zeitraum 2028 bis 2035.
Onchain-Daten zufolge könnten derzeit etwa 6,93 Millionen BTC potenziell einem Quantenrisiko ausgesetzt sein, weil zugehörige öffentliche Schlüssel bereits offengelegt wurden. In der Bitcoin-Community sollen BIP 360 und BIP 361 die Einführung quantenresistenter Output-Typen vorantreiben. Als größtes Hindernis gilt die Koordination eines solchen Übergangs innerhalb eines dezentralen Netzwerks.