Quantencomputer knackt 15-Bit-ECC-Schlüssel; Bitcoins 256-Bit-Schutz bleibt intakt, doch Zeitplan für Migration gewinnt an Tempo

Wie CryptoSlate berichtet, hat Project Eleven am 24. April den QDay Prize an den Forscher Giancarlo Lelli vergeben. Ihm gelang es, mit öffentlich zugänglicher Quantenhardware einen 15-Bit-Private-Key einer elliptischen Kurve aus einem Public Key abzuleiten. Es handelt sich um die bislang größte öffentliche Demonstration dieser Art und um einen 512-fachen Fortschritt gegenüber dem 6-Bit-Nachweis im September 2025. Lelli nutzte eine Variante von Shor's Algorithmus, angepasst an das Elliptic Curve Discrete Logarithm Problem (ECDLP) – die mathematische Grundlage von Bitcoins Signaturschema. Zum Einsatz kam Hardware mit rund 70 Qubits. Für reale Bitcoin-Wallets besteht nach aktuellem Stand keine unmittelbare Gefahr: Die 256-Bit-Sicherheit der verwendeten elliptischen Kurven liegt weiterhin weit außerhalb der Leistungsfähigkeit heutiger Quantencomputer. Die Debatte um Umstiegsfristen gewinnt dennoch an Dynamik. Google senkte am 31. März seine Ressourcenabschätzungen für ECDLP256 und nannte als Zielzeitraum für die Migration zu Post-Quantum-Kryptografie die Zeit nach 2029. Cloudflare schloss sich kurz darauf an. Das britische NCSC definierte Meilensteine für die Umstellung zwischen 2028 und 2035. Onchain-Daten zufolge sind derzeit rund 6,93 Millionen BTC potenziell einem Quantenrisiko ausgesetzt, weil zugehörige Public Keys bereits offengelegt wurden. In der Bitcoin-Community werden die Vorschläge BIP 360 und BIP 361 diskutiert, um quantenresistente Output-Typen stärker zu verbreiten. Als größtes Hindernis gilt weiterhin die Koordination eines solchen Übergangs in einem dezentral organisierten Netzwerk.