CME und ICE drängen auf CFTC-Aufsicht über Hyperliquid; DEX verweist auf On-Chain-Transparenz

Nach einem Bloomberg-Bericht über wachsenden Druck traditioneller Börsen auf US-Aufseher hat das Policy-Team von Hyperliquid in Washington, D.C. umgehend reagiert. Bloomberg zufolge werben CME Group und Intercontinental Exchange (ICE) bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) sowie bei Gesetzgebern dafür, Hyperliquid unter eine Bundesaufsicht zu stellen. Im Zentrum steht die Sorge, dass anonymer On-Chain-Handel und steigende Umsätze in Krypto- und rohstoffbezogenen Märkten die Preisfindung in benchmark-sensitiven Branchen beeinflussen könnten — darunter der Ölmarkt — und Risiken wie Marktmanipulation oder Sanktionsumgehung erhöhen. Die Forderung der Börsen: Hyperliquid soll sich bei der CFTC registrieren. Eine Registrierung würde üblicherweise Kundenidentifikationsprogramme sowie eine formalisierte Handelsüberwachung erfordern — Vorgaben, die dem bewusst anonymen Modell von Hyperliquid widersprechen. Der Hyperliquid Policy Center (HPC) unter CEO Jake Chervisnky wies die Vorwürfe öffentlich auf X (ehemals Twitter) als "unbegründet" zurück. Der HPC betont, Hyperliquid sei nicht intransparent: Jede Transaktion werde in Echtzeit On-Chain veröffentlicht. Dieses öffentliche Ledger liefere Aufsehern und Strafverfolgern aus Sicht der Gruppe teils bessere Grundlagen für Überwachung und Ermittlungen als Off-Chain-Handelsplätze. Zugleich verteidigte der HPC den 24/7-Handel als Effizienzvorteil. Kontinuierlicher Handel glätte die Preisfindung über Zeitzonen hinweg und verringere sprunghafte Kurslücken, die auftreten können, wenn traditionelle Börsen geschlossen sind. Einen Punkt aus dem Bloomberg-Bericht räumte der HPC ein: Das US-Recht sei bislang nur unzureichend auf Derivatemärkte ausgerichtet, die auf öffentlichen Blockchains laufen. Man wolle den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern fortsetzen, um On-Chain-Derivate in einen passenden regulatorischen Rahmen einzubetten. Andere Medien, darunter The Defiant, ordneten die Lobbying-Offensive als potenziell eigennützig ein. CME baut eigene 24/7-Kryptoangebote aus und startet am 1. Juni Bitcoin Volatility Futures sowie am 8. Juni Nasdaq CME Crypto Index Futures (mit BTC, ETH, XRP und weiteren) — Produkte, die auf ähnliche Rund-um-die-Uhr-Orderflows zielen. Marktüberblick: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte der Hyperliquid-Token HYPE bei 44,60 US-Dollar, ein Plus von 1,6% in 24 Stunden und knapp 4% auf Wochensicht. Bild-/Chart-Quellen: Titelbild erstellt mit OpenArt; Chart von TradingView.com.