SoFi bringt Stablecoin für Privatkunden an den Start, Coinbase erhält CFTC-Freigabe für Perpetuals, Sequans beendet Bitcoin-Reserve-Strategie

Laut ChainCatcher und BBX-Daten prägten am Vortag drei Entwicklungen die Schnittstelle zwischen Krypto und traditioneller Finanzwelt sowie den Rückzug eines Unternehmens aus einer Krypto-Reserve-Strategie. SoFi Technologies, Inc. (NASDAQ: $SOFI) teilte per BusinessWire mit, dass der Stablecoin SoFiUSD nun in der SoFi-App für rund 14,7 Millionen Mitglieder verfügbar ist. Nutzer können SoFiUSD kaufen, verkaufen, halten und umtauschen. Damit ist SoFi nach eigenen Angaben die erste nationale Bank in der Geschichte der USA, die einen eigenen Stablecoin direkt in eine Banking-App integriert. Emittent ist SoFi Bank, N.A., die unter Aufsicht des Office of the Comptroller of the Currency (OCC) steht. SoFiUSD (Onchain-Ticker: SOFID) ist 1:1 an den US-Dollar gekoppelt, läuft sowohl auf Ethereum als auch auf Solana, ist durch liquide Vermögenswerte gedeckt und wird regelmäßig von unabhängigen Wirtschaftsprüfern (CPAs) geprüft. In den kommenden Wochen will SoFi tokenisierte Einlagen sowie grenzüberschreitende Transfers rund um die Uhr einführen und über eine Partnerschaft mit der Börse Bullish institutionelle Handelskanäle eröffnen. CEO Anthony Noto erklärte: "Nutzer müssen sich nicht länger zwischen Blockchain-Technologie und regulierten Bankprodukten entscheiden." Im Q1 2026 erzielte SoFi 121,6 Mio. US-Dollar Umsatz aus Krypto-Handel; nach Kosten wies die Krypto-Sparte einen Nettogewinn von rund 852.000 US-Dollar aus. SoFiUSD ist nicht durch FDIC oder SIPC versichert, kein gesetzliches Zahlungsmittel, und Onchain-Transaktionen sind in der Regel nicht rückgängig zu machen. Coinbase Global, Inc. (NASDAQ: $COIN) und die Prognosemarkt-Plattform Kalshi gaben bekannt, dass beide von der US-Derivateaufsicht CFTC die Genehmigung erhalten haben, Krypto-Perpetual-Futures für US-Kunden zu starten. Damit zählen sie zu den ersten Börsen, die solche Produkte innerhalb der USA anbieten dürfen. Mit dem Schritt werden Perpetuals formell in den föderalen Derivate-Regulierungsrahmen aufgenommen. Die CFTC veröffentlichte zudem eine Policy-Statement, wonach künftige Anträge für Perpetual-Kontrakte auf andere Anlageklassen fallweise geprüft werden. Das weltweite Handelsvolumen mit Krypto-Perpetuals lag 2025 bei 61,7 Billionen US-Dollar, ein Plus von 29% gegenüber dem Vorjahr (CryptoQuant). Da es in den USA bislang an regulierten inländischen Handelsplätzen für diese Produkte fehlte, erwarten Marktbeobachter eine Verlagerung von institutionellem und privatem Kapital von Offshore-Plattformen zurück in konforme US-Angebote; weitere Börsen dürften entsprechende Anträge nachreichen. Sequans Communications S.A. (NASDAQ: $SQNS) hat seine zuvor gestartete Bitcoin-Treasury-Reserve-Strategie vollständig beendet. CEO Georges Karam sagte in der jüngsten Telefonkonferenz zu den Q1-2026-Zahlen, das Programm sei eingestellt. Sequans hatte seine Krypto-Initiative im Juni 2025 begonnen und dafür über Fremd- und Eigenkapitalfinanzierungen rund 384 Mio. US-Dollar eingeworben. Bis Ende Juli 2025 wurden schnell 3.000 BTC aufgebaut. Der Flash-Crash am Kryptomarkt im Oktober 2025 löste anschließend einen Deleveraging-Prozess aus: Im November 2025 verkaufte das Unternehmen 970 BTC, gefolgt von einem weiteren Verkauf von 1.025 BTC in Q1 2026. Aktuell hält Sequans noch rund 658 BTC (bei Null Schulden, Gegenwert etwa 46,8 Mio. US-Dollar) und will die Bestände schrittweise abbauen. Die Erlöse sollen vollständig in das Kerngeschäft im Halbleiterbereich zurückfließen. Als IoT-/5G-Halbleiterunternehmen gilt der Fall Sequans 2026 als eines der lehrreichsten Beispiele für eine gescheiterte Bitcoin-Reserve-Strategie im Unternehmens-Treasury.