Standard-Chartered-Analyst: Bitcoin hat bei 59.000 US-Dollar vermutlich den Boden gefunden

CoinMarketCap berichtet unter Berufung auf ausländische Medien, dass Geoffrey Kendrick, Senior Market Analyst bei Standard Chartered, davon ausgeht, dass das zyklische Tief bei Bitcoin bereits erreicht wurde. Er sieht den Bereich um 59.000 US-Dollar als wahrscheinliche Bodenbildung dieser Abwärtsbewegung, da mehrere Faktoren, die den Markt zuvor stark belastet hätten, nachgelassen hätten. Laut CoinDesk-Daten fiel Bitcoin am 5. Juni bis auf 59.375 US-Dollar und erholte sich anschließend auf rund 64.000 US-Dollar. Kendrick bezeichnet dieses Niveau als das "Tief mit hoher Sicherheit" im aktuellen Zyklus. Er verknüpft es mit einem Rückgang von rund 53% gegenüber dem Hoch von 126.000 US-Dollar vom 6. Oktober 2025. Als temporären Belastungsfaktor nennt Kendrick Abflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs. Seit der zweiten Maiwoche hätten sich die kumulierten Nettoabflüsse auf mehr als 5,72 Mrd. US-Dollar summiert, einer der konzentriertesten Abflussphasen seit Auflegung der Produkte. Diese Verkäufe seien nicht ausschließlich als Neubewertung der Bitcoin-Perspektiven zu interpretieren, sondern stünden auch mit kurzfristigen Umschichtungen in andere stark nachgefragte Anlageformen in Zusammenhang. Ein Teil der ETF-Investoren habe demnach Bitcoin-Positionen verkauft, um Liquidität für die Teilnahme am geplanten Börsengang von SpaceX aufzubringen. Mit dem Fortschreiten des SpaceX-Listings dürfte dieser liquiditätsgetriebene Verkaufsdruck nachlassen. Kendrick nennt zudem den SpaceX-Börsengang sowie Veränderungen der Lage im Nahen Osten als zentrale Beobachtungspunkte. Steigende Erwartungen an ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran könnten aus seiner Sicht die Ölpreise dämpfen und das Makro-Risikosentiment verbessern. Im Bericht heißt es, nachdem US-Präsident Trump die Möglichkeit eines Friedensabkommens mit Iran erwähnt hatte, sei Brent auf etwa 87 US-Dollar je Barrel gefallen, während WTI bei rund 85 US-Dollar gelegen habe. Sinkende Energiepreise könnten die Risikobereitschaft stützen und damit auch Bitcoin Rückenwind geben. Für die kurzfristige Einordnung stellt Kendrick drei Folge-Signale in den Fokus: Können US-Spot-Bitcoin-ETFs an einem Tag wieder auf Nettozuflüsse drehen? Fallen die internationalen Ölpreise weiter? Setzt zudem wieder Treasury-Kaufinteresse von Unternehmen ein, würden sich die Chancen erhöhen, dass sich ein kurzfristiger Boden bei Bitcoin klarer bestätigt. Kendrick hält zugleich an seiner Einschätzung fest, dass Ethereum Bitcoin in diesem Jahr übertreffen könnte. Als Jahresendziele nennt er 100.000 US-Dollar für Bitcoin und 4.000 US-Dollar für Ethereum. Entscheidend blieben Kapitalflüsse, Unternehmensnachfrage und das makroökonomische Umfeld.