Tether friert in Abstimmung mit US-Behörden 344 Mio. US-Dollar in USDT ein

Tether hat nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit US-Strafverfolgungsbehörden USDT im Gegenwert von 344 Mio. US-Dollar eingefroren. Betroffen seien zwei Wallet-Adressen, die wegen mutmaßlicher krimineller Nutzung markiert worden waren; die Behörden hätten um ein sofortiges Eingreifen gebeten. Zu dem konkreten Fall oder den beteiligten Parteien machte das Unternehmen keine Angaben. Die Mitteilung fällt in eine Phase zunehmender regulatorischer und forensischer Aufmerksamkeit für Stablecoins, nachdem es 2026 zu mehreren groß angelegten DeFi-Exploits gekommen war. Tether stellt das Vorgehen als Teil seines Compliance-Ansatzes dar und betont, bei erkannten illegalen Zahlungsströmen schnell handeln zu können. In der Erklärung heißt es, Maßnahmen dieser Art gehörten inzwischen zum operativen Alltag. Eigene Überwachungssysteme würden verdächtige Wallets identifizieren, etwa im Zusammenhang mit Sanktionsumgehung, Betrug oder organisierter Kriminalität. Nach der Zuordnung könne Tether Transaktionen blockieren und Vermögenswerte direkt auf Smart-Contract-Ebene einfrieren. Das Vorgehen orientiere sich an Vorgaben des Office of Foreign Assets Control, insbesondere an der Liste der "Specially Designated Nationals". Tether berichtet von Kooperationen mit mehr als 340 Strafverfolgungsbehörden in 65 Rechtsräumen. Daraus seien über 2.300 Fälle hervorgegangen, in denen insgesamt mehr als 4,4 Mrd. US-Dollar in USDT eingefroren worden seien. Auf US-Behörden entfielen demnach über 1.200 Fälle und rund 2,1 Mrd. US-Dollar an gesperrten Geldern. CEO Paolo Ardoino erklärte, das Unternehmen reagiere zügig, sobald eine Wallet mit illegalen Aktivitäten in Verbindung gebracht werde; Verzögerungen könnten Nutzer und Finanzsysteme weiteren Risiken aussetzen. Parallel nutzt Tether die Debatte um DeFi-Sicherheitsvorfälle, um USDT als besonders reaktionsfähig zu positionieren. Nach jüngsten Exploits geriet der größte Wettbewerber Circle in die Kritik, gestohlene USDC-Bestände zu langsam eingefroren zu haben. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte die Diskussion nach dem Hack des Drift Protocol über 285 Mio. US-Dollar. Der unter Pseudonym bekannte Blockchain-Ermittler ZachXBT schrieb, Circle hätte den Großteil der USDC-Gelder einfrieren können, habe aber nicht gehandelt. Zudem verwies er auf 14 weitere Fälle, in denen Circle gestohlene USDC nicht sperrte, obwohl andere Stablecoin-Emittenten schnell reagiert hätten. Tether nutzte die öffentliche Aufmerksamkeit und stellte Drift Protocol im Rahmen eines Wiederherstellungsplans 127,5 Mio. US-Dollar an Rettungsmitteln bereit. Im Gegenzug vereinbarte das auf Solana basierende Protokoll, USDT als primären Stablecoin statt USDC zu verwenden. Nach dem kurz darauf bekannt gewordenen KelpDAO-Hack ist die Sicherheitsdebatte im DeFi-Sektor erneut angefacht. Vermögenssperren sind dabei umstritten: Die Entscheidung im Arbitrum-Umfeld, rund 71 Mio. US-Dollar vom KelpDAO-Hacker zurückzuholen, zog auch Kritik auf sich.