Texas richtet Beratungsgremium für strategische Bitcoin-Reserve ein

Texas hat im Rahmen von SB 21 ein Gremium zur strategischen Bitcoin-Reserve geschaffen. Es soll Verwahrung, Bewertung und Risikokontrollen für mögliche staatliche Bitcoin-Bestände steuern und dabei institutionelle Standards sowie Transparenz sicherstellen. Acting Comptroller Kelly Hancock gab die Mitglieder am Donnerstag bekannt. Grundlage ist Senate Bill 21, das die 89. texanische Legislaturperiode passierte und nach der Unterzeichnung am 22. Juni 2025 in Kraft trat. Das Beratungsgremium soll die Verwaltung, Verwahrung und Wertermittlung der vom Staat gehaltenen Bitcoin begleiten. Nach Angaben Hancocks unterstützt das Komitee eine transparente Administration der Texas Strategic Bitcoin Reserve. Zu den Aufgaben zählen die Aufsicht über Risikokontrollen, Verwahrstandards und Bewertungsrichtlinien. Neben Hancock gehören vier Branchenvertreter dem Gremium an: Laurie Dotter bringt mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Investment-Governance mit und leitet den Investment Advisory Board des Employees Retirement System of Texas. Jamie McAvity, Gründer von Cormint Data Systems, ergänzt Expertise im Bitcoin-Mining und in Energieinfrastruktur; sein Unternehmen betreibt eine 130-Megawatt-Anlage in Fort Stockton. Carla Reyes, Juraprofessorin an der Southern Methodist University, steuert regulatorisches und wissenschaftliches Know-how bei, sitzt im CFTC Innovation Advisory Committee und sagte bereits vor dem Kongress aus. Gary A. Vecchiarelli, CFO von CleanSpark, bringt Erfahrung in Finanz-Governance und der Strukturierung digitaler Vermögenswerte ein und hat institutionelle Bitcoin-Handels- und Risikorahmenwerke aufgebaut. Parallel dazu hat das Comptroller's Office eine Ausschreibung (Request for Proposals, RFP) für einen qualifizierten Verwahrdienstleister veröffentlicht, der künftige Bitcoin-Käufe für die Reserve betreuen soll. Der ausgewählte Anbieter soll Erwerb, Verwahrung, Liquiditätsmanagement und Reporting übernehmen. Der Staat verfügt derzeit über rund 10 Mio. US-Dollar Bitcoin-Exposure über den iShares Bitcoin Trust. Innerhalb von 60 Tagen nach Vertragsabschluss ist der Übergang zur direkten Verwahrung vorgesehen. Die RFP verlangt unter anderem sichere Schlüsselmanagement-Systeme und operative Kontrollmechanismen. Zudem sind Berichte an die Legislative sowie Anforderungen an öffentliche Offenlegung vorgesehen, um die Transparenz der Reserve zu gewährleisten. Texanische Schritte erfolgen vor dem Hintergrund weiterhin stockender Bundespläne. Eine Executive Order aus März 2025 wies das U.S. Treasury an, eine Reserve aus beschlagnahmten Bitcoin-Beständen aufzubauen. Diese Reserve umfasst schätzungsweise 328.372 BTC. Anfang 2026 sind rechtliche und legislative Fragen weiterhin offen. Zusätzlich sieht ein Gesetzesvorschlag jährliche Bitcoin-Käufe über fünf Jahre vor; für erworbene Vermögenswerte ist zudem eine 20-jährige Haltepflicht vorgesehen.