US-Inflationsdaten über Erwartung: Krypto-Markt gibt Gewinne ab
Nach stärker als erwarteten US-Inflationsdaten gerieten Risikoanlagen unter Druck, der Kryptomarkt gab seine zuvor erzielten Gewinne wieder ab. Bitcoin rutschte unter 80.000 US-Dollar, auch Ethereum, XRP, Solana und Dogecoin fielen. Damit kehrten Sorgen zurück, die US-Notenbank könnte die Zinsen länger hoch halten.
Inflationsdaten dämpfen Risikoneigung
Laut CoinDesk veranlassten die jüngsten Inflationszahlen Händler dazu, das Tempo möglicher Zinssenkungen neu zu bewerten. Der Kern-PPI stieg im Jahresvergleich um 5,2% und lag damit über der Markterwartung von 4,3%; auch die Monatswerte übertrafen die Prognosen. Das stärkte die Einschätzung eines restriktiveren Fed-Kurses und belastete spekulative Assets.
Nach Daten von TradingView notierte Bitcoin zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 79.094 US-Dollar. Ethereum fiel auf 2.221 US-Dollar, XRP lag bei 1,43 US-Dollar, Solana bei 89,13 US-Dollar und Dogecoin bei 0,1133 US-Dollar. Auch Cardano und BNB gaben nach.
US-Spot-Bitcoin-ETFs mit anhaltenden Abflüssen
Die On-Chain-Datenfirma Glassnode meldete, der 7-Tage-Durchschnitt der Nettoabflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs sei auf 88 Mio. US-Dollar pro Tag gestiegen – der höchste Abfluss seit Mitte Februar. Glassnode sieht Unterschiede zur Abflusswelle im Februar, als Mittelabzüge mit fallenden Kursen einhergingen. Dieses Mal wirkten die Abflüsse eher wie Exits in eine Kurserholung hinein.
Glassnode zufolge nutzten einige institutionelle Investoren die jüngste Rally, um Positionen zu reduzieren, statt in Panik passiv zu verkaufen. Das habe die Stimmung gedämpft und den Verkaufsdruck bei Bitcoin im Bereich um 80.000 US-Dollar erhöht.
7-Tage-Durchschnitt Nettoabfluss US-Spot-Bitcoin-ETFs: 88 Mio. US-Dollar pro Tag
Bitcoin-Kurs: rund 79.094 US-Dollar
Ethereum-Kurs: rund 2.221 US-Dollar
PCE und geopolitische Risiken als zusätzliche Belastung
Neben dem PPI verwies der Bericht darauf, dass auch das PCE-Inflationsmaß, das die Fed stärker beobachtet, auf den höchsten Stand seit August 2023 gestiegen sei; der Kern-PCE erreichte den höchsten Wert seit November 2023. Mit zunehmender Persistenz der Inflation wuchs die Erwartung, dass die Zinsen für längere Zeit erhöht bleiben.
Zusätzlich gelten geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran als weiterer Störfaktor. Das Zusammenspiel aus überraschend heißen Makrodaten, ETF-Abflüssen und geopolitischen Risiken setzte den Kryptomarkt kurzfristig unter Druck und machte einen Teil der vorherigen Gewinne zunichte, die durch Fortschritte im US-Senat beim CLARITY Act begünstigt worden waren.