US-Arbeitsmarktbericht treibt Zinsanhebungswetten, Krypto-Marktwert sinkt um 390 Mrd. US-Dollar
Die US-Wirtschaft hat im Mai 172.000 neue Stellen geschaffen und damit rund doppelt so viele wie von Ökonomen erwartet. Damit drehte sich die Debatte zur Geldpolitik der US-Notenbank schlagartig: Statt "Wann kommen Zinssenkungen?" rückt wieder die Frage "Wann wird erneut angehoben?" in den Fokus.
Der am 5. Juni veröffentlichte Bericht lag deutlich über der Konsensschätzung von etwa 85.000 zusätzlichen Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3%, zudem wurden die Werte der Vormonate nach oben revidiert.
Märkte stellen sich neu ein: Am CME-FedWatch-Tool sprang die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis Dezember 2026 auf rund 68% nach oben, nach 52% vor Veröffentlichung der Daten. Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen stiegen um etwa 9 bis 13 Basispunkte und lagen anschließend bei 4,13% bis 4,17%.
Krypto unter Druck: Die gesamte Marktkapitalisierung digitaler Vermögenswerte sank in der Woche rund um den Arbeitsmarktbericht um etwa 390 Mrd. US-Dollar. Bitcoin stabilisierte sich nach dem Abverkauf in einer Spanne von 61.000 bis 62.000 US-Dollar, auch Ether verzeichnete deutliche Rückgänge.
Steigende Treasury-Renditen erhöhen die Attraktivität sicherer Staatsanleihen gegenüber volatilen Anlagen wie Kryptowährungen. Kapital wandert in garantierte Erträge und weg von spekulativen Positionen. Liegen zweijährige Treasuries über 4%, erhöht jeder weitere Basispunkt die Opportunitätskosten des Haltens von Bitcoin. Ein ähnliches Muster zeigte sich im Zinserhöhungszyklus 2022–2023, als Bitcoin von seinem Rekordhoch nahe 69.000 US-Dollar auf unter 16.000 US-Dollar fiel.
Bedeutung für Anleger: In Phasen geldpolitischer Straffung reduzieren institutionelle Investoren häufig ihre Allokation in Hochvolatilitätswerte. Privatanleger geraten zudem oft durch steigende Margin- und Finanzierungskosten unter Druck, die mit höheren Leitzinsen anziehen.