US-Senat bringt Clarity Act voran, Charles Schwab startet Bitcoin-Spothandel

Was prägte diese Woche die Blockchain- und Krypto-Märkte? Unser Wochenüberblick mit den wichtigsten Entwicklungen. US-Senat treibt den Digital Asset Market Clarity Act voran Der Bankenausschuss des US-Senats hat den Digital Asset Market Clarity Act mit 15:9 Stimmen gebilligt und damit das zentrale US-Gesetzesvorhaben zur Marktstruktur für Kryptowährungen einen Schritt näher an die Verabschiedung gebracht. Mehr als 130 Änderungsanträge wurden eingebracht, davon 44 allein von Senatorin Elizabeth Warren. Die Demokraten Ruben Gallego und Angela Alsobrooks stimmten gegen die Parteilinie und verhalfen der von Ausschusschef Tim Scott geführten Initiative zur Mehrheit. Der Entwurf teilt die Zuständigkeiten auf: Die CFTC soll digitale Commodities wie Bitcoin beaufsichtigen, während die SEC für Wertpapiere zuständig bleibt. Widerstand bei Demokraten speist sich weiter aus Ethikdebatten um Krypto-Aktivitäten der Trump-Familie. Deren Vermögen aus Memecoins und World Liberty Financial wird auf USD 11,6 Mrd. geschätzt. Im Plenum braucht das Gesetz 60 Stimmen und damit neun demokratische Stimmen. Polymarket taxiert die Chance auf eine Verabschiedung auf 60%. Charles Schwab öffnet USD 12 Billionen Kundenvermögen für Bitcoin-Spotkäufe Während in Washington an den Regeln gefeilt wird, schaffen große US-Broker Fakten. Charles Schwab hat diese Woche "Schwab Crypto" gestartet. Der Vermögensverwalter betreut rund USD 12 Billionen an Kundenvermögen und zählt 39 Millionen Kunden. Angeboten werden ausschließlich Spotkäufe von Bitcoin und Ethereum, die Gebühr liegt bei 75 Basispunkten pro Transaktion. Der Rollout erfolgt gestaffelt: zunächst Mitarbeitende, dann Wartelistenkunden, danach alle berechtigten Konten in 48 Bundesstaaten. Die Verwahrung übernimmt die Charles Schwab Premier Bank gemeinsam mit Paxos Trust als Sub-Custodian. Schwab verweist auf die Aufhebung der SEC-Bilanzierungsregel SAB 121 im Januar 2025 sowie auf Klarstellungen der OCC zur Krypto-Kompetenz nationaler Banken. Schwab-Kunden halten bereits etwa 20% der US-Krypto-ETP-Assets. Saylor rückt von "Nie verkaufen" ab und setzt das Strategy-Flywheel unter Druck Bei der größten Bitcoin-Treasury-Story wackelt ein Grundsatz. In der Q1-2026-Earnings-Call hat Michael Saylor seine seit vier Jahren vertretene "never sell"-Position aufgeweicht und einen möglichen Verkauf von Bitcoin in Aussicht gestellt, um Dividendenzahlungen zu finanzieren. Strategy hält 818'334 BTC im Wert von USD 66,1 Mrd., rund 3,9% des gesamten Bitcoin-Angebots. Nach den Zahlen fiel die Aktie um 4,33% auf USD 178,80. Das mNAV-Verhältnis liegt bei 1,01x und damit gefährlich nah an der Schwelle, bei der das Flywheel kippt. Allein die STRC-Vorzugsaktie mit einer variablen monatlichen Dividende von 11,5% verursacht jährliche Ausschüttungen von rund USD 982 Mio. Solange Bitcoin nicht in einen mehrjährigen Bärenmarkt rutscht, dürfte Strategy aber weiterhin Zugang zu Kapital haben. Circle sammelt USD 222 Mio. für eigene Stablecoin-Blockchain "Arc" ein Auch im Stablecoin-Segment verschieben sich die Gewichte. USDC-Emittent Circle hat eine Token-Presale für seine Layer-1-Blockchain Arc abgeschlossen und dabei USD 222 Mio. eingesammelt. Verkauft wurden 740 Millionen ARC zu USD 0,30 je Token. Die Fully-Diluted-Valuation liegt damit bei USD 3 Mrd. Angeführt wurde die Runde von Andreessen Horowitz mit USD 75 Mio. Weitere Teilnehmer sind unter anderem BlackRock, Apollo Funds, Intercontinental Exchange, Standard Chartered Ventures und ARK Invest. Arc ist EVM-kompatibel, erreicht Finalität von rund 780 ms mit 100 Validatoren und nutzt USDC statt eines volatilen Tokens als Gas-Asset. Integriert sind USDC, EURC, der tokenisierte Geldmarktfonds USYC sowie das Cross-Chain-Protokoll CCTP. Seit Oktober 2025 testen mehr als 100 Institutionen das Netzwerk, darunter Goldman Sachs, BNY, HSBC, Mastercard, Deutsche Bank und Visa. Der Mainnet-Start ist für 2026 geplant. Zweiteilung des Kryptomarkts: Bitcoin-Kern, fragmentierte Altcoin-Peripherie Zusätzlich zeichnet sich seit einem Jahr ein Zwei-Klassen-Markt ab. Seit Jahresbeginn notiert Bitcoin 9% im Minus, Ethereum 24%, Solana 27%, XRP 22% und Cardano 20%. Einzelne Namen legen dagegen zweistellig zu: TRON steigt um 25%, Hyperliquid um 54% und Canton Network um 7%. Institutionelles Kapital konzentriert sich nahezu ausschließlich auf Bitcoin über Spot-ETFs und Unternehmens-Treasuries. Seit drei Jahren übersteigt die Nachfrage von ETFs und Bilanzkäufern wie Strategy die neu geminten BTC, was die Knappheit verstärkt. Altcoins profitieren nicht von breiten Kapitalzuflüssen, sondern hängen von einzelnen Katalysatoren ab. Selbst Ethereum als wichtigste Smart-Contract-Plattform läuft Bitcoin hinterher. Die Botschaft: Marktkapitalisierung allein zieht kein institutionelles Geld mehr an – entscheidend sind regulatorische Klarheit und der Zugang über etablierte Vehikel. Möchten Sie unseren Wochenrückblick samstags bequem per E-Mail erhalten? Abonnieren Sie den CVJ.CH Newsletter. E-Mail-Adresse: