Bitcoin-ETFs verzeichnen Abflüsse von 1,4 Mrd. US-Dollar – steigende US-Renditen belasten

US-Spot-Bitcoin-ETFs haben ihre schwächste Woche seit Monaten hinter sich: In den sieben Tagen bis zum 25. Mai summierten sich die Nettoabflüsse auf rund 1,4 Mrd. US-Dollar. Auslöser war kein kryptospezifischer Skandal und keine regulatorische Offensive, sondern das Zinsumfeld. Steigende Renditen von US-Staatsanleihen haben die Hoffnung auf kurzfristige Zinssenkungen der US-Notenbank gedämpft und viele institutionelle Investoren zurück in einen risk-off-Modus gedrängt. Die Abflussdynamik fiel deutlich aus. Innerhalb der Woche gab es mindestens einen Tag mit Rückgaben von mehr als 648,6 Mio. US-Dollar. Seit dem 7. Mai belaufen sich die Abflüsse aus Bitcoin-ETFs auf etwa 2,7 Mrd. US-Dollar. Das folgt auf eine zuvor bemerkenswerte Phase: Anfang des Monats waren über Wochen hinweg Milliarden in Spot-Bitcoin-Produkte geflossen. Der Anleihemarkt setzt derzeit den Takt. Kletternde Treasury-Renditen signalisieren die Erwartung, dass die Zinsen länger hoch bleiben. Damit wird immer klarer: Bitcoin steht nicht mehr isoliert. Mit den Spot-ETFs ist die Kryptowährung eng an das traditionelle Finanzsystem gekoppelt – makroökonomische Faktoren wie Treasury-Renditen und Fed-Politik bewegen die Kurse inzwischen ähnlich stark wie Blockchain-News oder große Wallet-Transfers. Nicht überall gab es Abflüsse. Während Bitcoin-ETFs unter Druck standen, verzeichneten XRP-ETFs im selben Zeitraum Nettozuflüsse von rund 42 Mio. US-Dollar. Ethereum-ETFs meldeten ebenfalls Abgaben, was die relative Stabilität bei XRP zusätzlich hervorhebt. Trotz der jüngsten Woche verwalten die großen Anbieter – BlackRocks IBIT, Fidelitys FBTC und Grayscales GBTC – weiterhin erhebliche Volumina. Seit dem Start im Januar 2024 liegen die kumulierten Nettozuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs weiterhin bei rund 60 Mrd. US-Dollar, was die Abflüsse von 1,4 Mrd. US-Dollar in einen größeren Kontext setzt. Für Anleger sind anhaltende ETF-Abflüsse relevant, weil sie direkten Verkaufsdruck auf den Bitcoin-Spotpreis erzeugen: Emittenten müssen zur Bedienung von Rückgaben Bestände veräußern. Die seit dem 7. Mai abgeflossenen etwa 2,7 Mrd. US-Dollar sind groß genug, um die Kursentwicklung spürbar zu belasten. Gleichzeitig hat sich die Korrelation zwischen Treasury-Renditen und Bitcoin-ETF-Flows zu einem der verlässlichsten Marktsignale entwickelt. Auch die Abweichung bei XRP verdient Aufmerksamkeit. Sollten institutionelle Mittel weiter aus Bitcoin in alternative Krypto-ETFs umgeschichtet werden, könnte das auf einen reiferen Markt hindeuten – mit Portfoliomanagern, die einzelne Krypto-Assets zunehmend differenziert bewerten, ähnlich wie einzelne Aktien.