US-Finanzministerium sanktioniert Huione Group wegen Unterstützung von 70 Mrd. US-Dollar Krypto-Geldwäsche

Das US-Finanzministerium ist gemeinsam mit dem Blockchain-Analysehaus Chainalysis gegen die Huione Group vorgegangen. Der in Kambodscha ansässige Finanzdienstleistungskonzern soll als zentraler Unterstützer der "Prince Group" fungiert haben, einer transnationalen kriminellen Organisation, die nach US-Angaben von Asien aus Amerikaner mit sogenannten "Pig-Butchering"- bzw. Romance-Scams ins Visier nahm. Im Zuge der Maßnahmen hat das Office of Foreign Assets Control (OFAC) am Dienstag neun Personen sowie 26 mit der Prince Group verbundene Unternehmen sanktioniert. Parallel dazu passte das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) eine frühere Regelung an und nahm den HPay Service sowie mögliche Nachfolgeeinheiten auf. Damit wird "covered financial institutions" untersagt, Korrespondenzkonten für oder im Auftrag der Huione Group zu eröffnen oder zu führen, um die Risiken für das US-Finanzsystem durch mutmaßliche Geldwäscheaktivitäten zu begrenzen. Finanzminister Scott Bessent erklärte, die Trump-Regierung handle geschlossen, um diese im Ausland operierenden kriminellen Strukturen zu zerschlagen. Das Finanzministerium werde seine Instrumente weiter einsetzen, um die Netzwerke hinter dem Betrug zu stören und Amerikaner zu schützen. Auch das FBI ging gegen die technische Basis der Betrugsaktivitäten vor und beschlagnahmte Infrastruktur, die laut Behörden zur Täuschung von US-Bürgern genutzt wurde. Chainalysis bezifferte, dass Huione Guarantee, ein von der Huione Group betriebenes Peer-to-Peer-Portal, in den vergangenen fünf Jahren mehr als 70 Mrd. US-Dollar in Kryptowerten abgewickelt habe. Der Marktplatz habe dabei illegale Dienste angeboten und der Prince Group als Geldwäsche-Plattform gedient. Chainalysis betonte, der Zugriff habe sich nicht auf klassische Bankkanäle beschränkt. Das US-Justizministerium habe vielmehr Kontrolle über Cloud-Computing-Konten erlangt, die Huiones Backend-Systeme gehostet und unterstützt hätten. "Der Huione-Zugriff zeigt, was möglich ist, wenn Strafverfolgung und Blockchain-Intelligence zusammenarbeiten", erklärte Chainalysis und verwies darauf, dass kriminelle Netzwerke sich anpassten – und man selbst ebenso.