Zcash bricht nach Offenlegung einer Sicherheitslücke um über 35% ein
Zcash (ZEC) ist nach Angaben von CoinDesk massiv unter Druck geraten, nachdem eine Sicherheitslücke im privaten Transaktionspool bekannt wurde, die theoretisch das Fälschen von ZEC ermöglichen könnte. Nach Bekanntwerden der Details rutschte der Kurs kurzzeitig unter 300 US-Dollar und löschte Milliarden an Marktkapitalisierung aus.
Auslöser ist eine seit vier Jahren bestehende Schwachstelle im Zcash-Netzwerk, die mit dem Private-Transaction-Pool zusammenhängt. Die Entwickler haben das Problem diese Woche behoben. An den Märkten dominiert aber die Frage, ob die Lücke bereits vor dem Fix ausgenutzt wurde.
In den Wochen zuvor hatte ZEC stark zugelegt: von unter 200 US-Dollar im März auf rund 675 US-Dollar bis Ende Mai. Nach der Meldung setzte Panikverkauf ein. Innerhalb von 24 Stunden fiel ZEC um mehr als 35% und lag zeitweise über 40% unter dem zuvor erreichten Hoch.
Analysten sehen den stärksten Belastungsfaktor weniger in der Schwachstelle selbst als in der fehlenden Möglichkeit, kurzfristig zu verifizieren, ob es bereits zu einer Ausnutzung kam. Sollte es zu nicht autorisierter „Minting“-Aktivität gekommen sein und ließe sich das mit den vorhandenen Mechanismen nicht vollständig belegen oder widerlegen, preist der Markt einen höheren Risikoabschlag ein. Nansen-Research-Analyst Nai Sondergaard wertet die Kursreaktion als Ausdruck von Unsicherheit, nicht nur als Reaktion auf einen technischen Makel. Bitwise-Research-Analyst Ish Asad verweist zudem darauf, dass das Privacy-Narrativ zum Zeitpunkt der Meldung Rückenwind hatte und ZEC bereits deutlich besser als Bitcoin und andere große Kryptowährungen gelaufen war.
Trotz des Einbruchs bleibt die Jahresbilanz stark: ZEC liegt auf Sicht von zwölf Monaten weiterhin mehr als 580% im Plus. Vor dem Rücksetzer hatte der Kurs die Marke von 700 US-Dollar nahezu erreicht und zählte zu den stärksten Performern am Kryptomarkt. Nansen-Stratege Jake Kennis sieht für eine Erholung Bedarf an einem stärkeren Privacy-Coin-Narrativ, Protokoll-Katalysatoren oder einer Kapitalumschichtung zugunsten von Privacy-Assets. Arthur Hayes schrieb in sozialen Medien, er habe seine gesamte ZEC-Position verkauft, glaube aber weiterhin an eine langfristige Nachfrage nach Privacy-Assets.